Digital Passenger (4) ( Gastautor werden )

Airline-Apps brauchen kostenloses Netz an Bord

21.03.2017 - 13:23 0 Kommentare

Wenn "Digital Passenger" Andreas Sebayang in einem Flugzeug mit Verspätung sitzt, will er lieber selbst checken, ob der Anschlussflug noch klappt. Technisch geht das - aber die Airlines müssen sich noch anpassen.

British-Airways-App auf der Apple Watch - © © British Airways -

British-Airways-App auf der Apple Watch © British Airways

Wer kennt das nicht? Der Flieger, in dem man gerade sitzt, hat Verspätung. Ich möchte dann gerne selbst herausfinden, ob meine Anschlüsse noch klappen. Man könnte die gestresste Flugbegleitung fragen, die sich aber in solchen Situationen vor Anfragen ohnehin kaum retten kann... oder man guckt einfach selbst kurz nach.

Denn der versierte "digitale Passagier" weiß durchaus selbst zu beurteilen, welche neuen Wege für ihn die besten sind. Online bucht er sich selbst eine neue Route, was sonst erst am Boden möglich wäre. Zudem können sich Passagiere über die App schon während des Fluges ihre Anschlussgates heraussuchen. Gerade kurz vor der Landung und bei knappen Anschlüssen sind diese Informationen weitestgehend festgelegt und essentiell für das Erreichen des nächsten Fliegers.

Vorteile auch für die Airlines

Es gibt durchaus Fluggesellschaften, da geht das alles in WLAN-Flugzeugen. Bei United etwa wird die eigene App und eine datensparende Webseite fast immer kostenlos durchgelassen. Und das sollte nicht nur aufgrund der Kundenbindung Standard werden.

Auch für die Fluggesellschaften hat dieser Service Vorteile. Während des Fluges langweilen sich viele Passagiere, und was bietet sich da mehr an, als sich schon mal selbst den nächsten Fug herauszusuchen? Das braucht nicht allzu viel Konzentration und macht zumindest mir durchaus Spaß.

© Alaska Airlines, Digital Passenger (1): Free Chat für alle!

Im Flugzeug habe ich genug Zeit, ein paar Buchungsanfragen durchzuführen und letztendlich im Sinne der Fluggesellschaft zu buchen. Auch unterwegs ein paar Meilen ausgeben, um sich einen besseren Sitzplatz zu gönnen, wäre vielleicht eine gute Idee.

Die Fluggesellschaften müssen sich dafür allerdings anpassen. Denn leider sind nur wenige Apps wirklich sparsam beim Umgang mit Daten. Das liegt daran, dass Apps oft auf eine wenig optimierte Webseiten-Integration setzen. Doch wenn die Bedienoberfläche nicht Teil der App ist, sondern erst als Webseite heruntergeladen werden muss, kostet das viel Datenvolumen. Das ist in der Luft natürlich kostbar. Und ohnehin hat noch lange nicht jedes Flugzeug eine gute Internetanbindung, auch wenn sich das derzeit bessert.

Über den Autor

In seiner Reihe "Digital Passenger" kommentiert Technik-Journalist Andreas Sebayang auf airliners.de den digitalen Wandel in der Luftverkehrswirtschaft.

Andreas Sebayang ist der Digital Passenger, Foto: Sebastian KuhbachAndreas Sebayang ist als Hardware-Journalist regelmäßig für die Berliner IT-Nachrichtenseite Golem.de mit dem Flugzeug in der ganzen Welt unterwegs. Seine Erlebnisse als Vielflieger dokumentiert er auch auf seinem Instagram-Account AroundTheBlueMarble. Kontakt: digital-passenger@airliners.de

Von: Andreas Sebayang für airliners.de
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