Streiks in Laupheim

Airbus wird Sparkurs wegen A350 verschärfen

09.05.2008 - 14:07 0 Kommentare

Nach den gescheiterten Werksverkäufen in Deutschland un Frankreich wird der Flugzeugbauer Airbus seinen Sparkurs nach Presseangaben verschärfen, um den Bau des neuen Langstreckenflugzeug A350 zu finanzieren. Das Unternehmen prüfe neben Arbeitszeitverlängerungen massiv Arbeitsplätze in Gebiete außerhalb der Euro-Zone zu verlagern, berichtete die Zeitung "Les Echos" am Freitag. Derweil fordern die Beschäftigten im einzig noch in Deutschland zum Verkauf stehenden Airbus-Werk in Laupheim Klarheit über die Pläne.

Dies sei Folge der vorerst geplatzten Werksverkäufe in Deutschland und Frankreich, die dem Unternehmen einen Teil der bisher geplanten Milliardeneinsparungen im Rahmen des Plans Power 8 bringen sollten.

Nach Deutschland hatte Airbus diese Woche auch in Frankreich den Versuch vorerst aufgegeben, die Standorte Méaulte und Saint-Nazaire-Ville an einen Zulieferer zu verkaufen. Sie würden nun wie die deutschen Werke Nordenham, Varel und Augsburg in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert, schrieb Airbus-Chef Thomas Enders der Zeitung zufolge an die Beschäftigten. "Das ist eine Übergangsphase, die mittelfristig zu einem Verkauf an einen oder mehrere Finanzpartner führen soll."

In der Zwischenzeit müsse Airbus die Investitionen für den A350 sicherstellen, betonte Enders demnach in dem Brief an die Mitarbeiter. "Das bedeutet, dass entsprechende Anstrengungen unternommen werden, nicht nur, um die Einsparungen durch Power 8 sicherzustellen, sondern auch um die Kostenziele des A350-Programms einzuhalten." Der A350 musste auf Druck der Kunden mit Milliardenaufwand von Grund auf neu entwickelt werden. Durch den Einsatz von Verbundmaterialien aus Kohlenstoff anstatt von Metall soll die Maschine nicht so viel Sprit verbrauchen. Die ersten Exemplare sollen 2013 ausgeliefert werden.

Arbeitsniederlegung im noch zum Verkauf stehenden Airbus-Werk in Laupheim

Die Beschäftigten des weiterhin zum Verkauf stehenden Airbus-Werkes in Laupheim haben am Freitag zwischenzeitlich die Arbeit niedergelegt. Nachdem die Verkaufspläne für drei andere Werke gescheitert sind, forderten die Arbeitnehmer in Laupheim Klarheit über den Stand der Verkaufspläne für ihr Werk, erklärte der Betriebsratsvorsitzende Stefan Hammer von der IG Metall in Ulm. Mit der Aktion solle dem Management gezeigt werden, dass die Mitarbeiter" nicht alles mit sich machen lassen", betonte er.

Am Mittwoch hatte Airbus ankündigt, der Konzern hoffe auf einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen über den Verkauf der Werke im deutschen Laupheim und im britischen Filton in den kommenden Wochen. Einen möglichen Käufer nannte das Unternehmen bislang nicht.

Die Airbus-Mutter EADS wollte im Zuge des sogenannten Sparprogramms Power 8 insgesamt sechs europäische Werke und verkaufen, in einem weiteren Verfahren zudem den Standort in Laupheim. Ende März hatte der Flugzeugbauer allerdings bereits das Scheitern entsprechender Verhandlungen mit der deutschen MT Aerospace über den Verkauf der deutschen Werke Varel, Nordenham und Augsburg bekanntgegeben. Auch in Frankreich scheiterte der Verkauf von zwei Werken an den Zulieferer Latécoère. Sie bleiben vorläufig bei der Airbus-Mutter EADS, während Laupheim und Filton weiter verkauft werden sollen.

Von: AFP
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