Streit um Anschubfinanzierung Airbus verteidigt A350-Aufgabenverteilung

24.10.2012 - 10:24 0 Kommentare

Der Flugzeugbauer Airbus wehrt sich gegen Kritik aus Berlin, Deutschland komme bei Forschung, Entwicklung und Produktion neuer Flugzeuge zu kurz. Airbus-Chef Fabrice Brégier reagierte auf einen Streit um eine Anschubfinanzierung für den Langstreckenflieger A350.

Vorder- und Mittelrumpf des ersten Airbus A350 XWB werden in Toulouse auf der Endmontagelinie miteinander verbunden. - © © Airbus 2012 - P. Pigeyre

Vorder- und Mittelrumpf des ersten Airbus A350 XWB werden in Toulouse auf der Endmontagelinie miteinander verbunden. © Airbus 2012 /P. Pigeyre

Der Flugzeugbauer Airbus wehrt sich gegen Kritik aus der Bundesregierung an der Aufteilung der Produktions- und Entwicklungsaufgaben zwischen deutschen und französischen Werken. "Es ist an der Zeit, mit der Schwarzmalerei aufzuhören", sagte der neue Chef der wichtigsten EADS-Tochter, Fabrice Brégier, der Zeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe). Medienberichten zufolge hält die Regierung einen Kredit über 600 Millionen Euro zur Anschubfinanzierung für den Langstreckenflieger A350 zurück.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte vor einer Woche bestätigt, dass die Frage von Krediten der KfW im Zusammenhang mit der Verteilung von Arbeits- und Forschungsanteilen aufgeworfen worden sei. "Darüber gibt es zumindest Gespräche mit dem Konzern EADS", sagte er, nannte aber keine näheren Einzelheiten. Insgesamt hat Deutschland wie Frankreich und Großbritannien Airbus einen Anschubkredit über 1,1 Milliarden Euro zugesagt.

Airbus hatte am Dienstag in Toulouse die Endfertigungslinie für die A350 eröffnet. Das Langstreckenflugzeug soll unter anderem dem "Dreamliner" des US-Rivalen Boeing Konkurrenz machen. Airbus will an der derzeitigen Arbeitsaufteilung nicht rütteln. "Alle A350-Standorte sind mit dem Programm bereits voll ausgelastet", sagte Brégier. "Da die Endfertigungslinie in Toulouse ist, ist es normal, dass der Anteil Frankreichs etwas höher liegt."

Über alle Flugzeugmodelle hinweg sei die Arbeitsaufteilung bei Airbus ausgeglichen. So erhalte beim Kassenschlager A320 die Endfertigung in Hamburg mehr Gewicht. Derzeit werden dort pro Monat 28 Exemplare des Mittelstreckenjets gebaut, in Toulouse nur 15.

Der viel geäußerten Furcht, Airbus könne immer mehr von Frankreich dominiert werden, trat der Airbus-Chef entgegen. "Wenn sie sich mein Team, die Mannschaften bei Airbus anschauen, werden sie feststellen, dass sie komplett international sind."

Von: dpa-AFX, dapd
Interessant? Beitrag weiterempfehlen: