Messe-Nachlese

Airbus und Boeing punkten in Dubai

16.11.2011 - 16:39 0 Kommentare

Der Flugzeugbauer Airbus hat auf der Dubai Airshow Aufträge für 211 Flugzeuge eingesammelt. Damit liegt Airbus vor dem US-Konkurrenten Boeing, der Bestellungen für 72 Flugzeuge entgegen nahm. Während der Airbus-Erfolg auf der A320neo basiert, gab es in Dubai keine 737-MAX-Bestellungen.

Sheikh Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher von Dubai: Seine Hoheit Sheikh Ahmed Bin Saeed Al-Maktoum, Chairman und Chief Executive, Emirates Airline & Group neben Jim Albaugh, President und CEO Boeing Commercial Airplanes (links) und David Joyce, President und Chief Executive Officer GE Aviation (rechts).

Sheikh Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher von Dubai: Seine Hoheit Sheikh Ahmed Bin Saeed Al-Maktoum, Chairman und Chief Executive, Emirates Airline & Group neben Jim Albaugh, President und CEO Boeing Commercial Airplanes (links) und David Joyce, President und Chief Executive Officer GE Aviation (rechts).
© Emirates - Emirates

Akbar Al Baker (li), CEO der Qatar Airways, und John Leahy (re), Airbus Chief Operating Officer, Customers.

Akbar Al Baker (li), CEO der Qatar Airways, und John Leahy (re), Airbus Chief Operating Officer, Customers.
© Airbus 2011 - P. Pigeyre

Vertragsunterzeichnung zwischen Bombardier Aerospace und Atlasjet

Vertragsunterzeichnung zwischen Bombardier Aerospace und Atlasjet
© Bombardier

Trotz eines Rekordauftrags für Boeing hat der europäische Flugzeugbauer Airbus seinem Konkurrenten aus den USA auf der Luftfahrtmesse in Dubai Paroli geboten. Insgesamt verlässt Boeing die Messe mit 52 festen Aufträgen plus 20 Optionen (insgesamt 72). Rechnet man bindende Airbus-Aufträge (135) und Vorverträge (76) zusammen, konnte die EADS-Tochter die Amerikaner mit insgesamt 211 Maschinen deutlich abhängen.

Insgesamt konnte Boeing Aufträge über 18,2 Milliarden Dollar Listenpreis verbuchen, Airbus liegt bei 20,5 Milliarden Dollar. Vor allem die A320neo, die spritsparende Neuauflage des Mittelstreckenfliegers A320, fand bei Airbus reißenden Absatz. Boeing liegt dagegen bei den lukrativen Großraumjets vorn.

Die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai bestellte bei den Amerikanern gleich 50 Langstreckenmaschinen des Typs Boeing 777 - mit Option auf 20 weitere. Die Oman-Air-Ankündigung über sechs Boeing 787 ist im Orderbuch neutral, da es sich lediglich um eine Verschiebung vom Leasinggeber zur Airline handelt. Zusammen mit einer Order von Qatar Airways für zwei Frachtflugzeuge kam Boeing somit auf feste Aufträge für 52 Maschinen der 777-Familie, verkaufte allerdings keine einzige Maschine der neu angekündigten 737 MAX.

Der Großteil der Aufträge, die Airbus in Dubai einsammelte, betraf dagegen die A320neo. Qatar Airways bestellte 50 der Mittelstreckenflieger sowie 5 Exemplare des doppelstöckigen Großraumfliegers A380. Laut Qatar Airways kommen zu den Festaufträgen noch Optionen für 30 A320neo und die Aussicht auf eine Order für weitere drei A380 hinzu. Airbus nennt diese Optionen in ihrer Messegesamtauflistung allerdings nicht.

Comlux wird mit einer Bestellung für den Airbus-Businessjet ACJ321 Erstkunde für diesen Typen. Die US-Fluggesellschaft Spirit Airlines unterzeichnete einen Vorvertrag über 45 A320neo sowie 30 herkömmliche A320, vom Flugzeugfinanzierer Aviation Capital Group (ACG) kam eine Order über 30 A320neo. Auch die in Kuwait ansässige Leasingfirma Alafco bestellte 50 A320neo. Über Optionen können noch 30 weitere Maschinen hinzukommen.

Auch Bombardier könnte zwei Bestellungen verkünden. Die türkische Atlasjet hat eine Absichtserklärung über bis zu 15 CS300 unterzeichnet, die ägyptische PAS bestellte einen CRJ900 mit der Option auf eine weitere Maschine. Die Dubai Airshow läuft noch bis Donnerstag, 17.11.2011. Weitere Bestellverkündigungen werden am letzten Messetag allerdings nicht mehr erwartet.

Auftraggeber   Anzahl   Typ   Anmerkung  
Bestellungen Dubai Airshow 2011, Quelle: airliners.de
Emirates 70 Boeing 777-300ER 50 fest, 20 Optionen
Qatar Airways 50 Airbus A320neo -
Qatar Airways 5 Airbus A380 -
Qatar Airways 2 Boeing 777F -
Spirit Airlines 30 Airbus A320 Absichtserklärung
Spirit Airlines 45 Airbus A320neo Absichtserklärung
Petroleum Air Service 2 Bombardier CRJ900 1 fest,
Comlux 1 Airbus ACJ321 -
Atlasjet 15 Bombardier CS300 Absichtserklärung, inkl. 5 Optionen
ACG 30 Airbus A320neo -
ALAFCO 50 A320neo  
Oman Air 6 Boeing 787-8 ALAFCO-Order übernommen

Die Airbus-Spitze feiert unterdessen den Erfolg der A320neo, für die allein 175 der Aufträge und Vorverträge eingingen. Das Management grübelt, wie es den Auftragsberg abarbeiten soll. Weniger als ein Jahr nach der Vorstellung liegen Bestellungen und Vorverträge für 1.420 Exemplare des Fliegers vor. Dank neuer Triebwerke und abgeknickter Flügelspitzen soll die neo 15 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als der langjährige Kassenschlager A320. Die erste Maschine soll im Herbst 2015 ausgeliefert werden.

Nun will Airbus die Produktion möglicherweise noch stärker ausweiten als geplant. Airbus-Verkaufschef John Leahy sprach von 50 Flugzeugen pro Monat. Bisher liegt die Zielmarke bei 42 Maschinen - sie soll Ende 2012 erreicht sein. Das Problem für Airbus sind die Zulieferer, die mit dem Nachfragewachstum kaum mithalten können. Konkurrent Boeing hat inzwischen nachgezogen und seinem Konkurrenzmodell 737 neue Triebwerke verordnet. Der erste Flieger mit dem Namen 737-MAX soll im Jahr 2017 ausgeliefert werden.

Von: airliners.de mit dpa
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