Airbus stellt nach erfolgreichem Jungfernflug Elektroflugzeug vor

25.04.2014 - 16:38 0 Kommentare

Bei der Grundausbildung von Piloten könnten schon in wenigen Jahren Elektroflugzeuge zum Einsatz kommen. Bis die Technologie auch in kleineren Regionalflugzeugen Einzug halten könnte, wird es aber noch lange dauern.

In Frankreich wurde jetzt eine unter anderem vom Airbus-Konzern entwickelte Propellermaschine vorgestellt, die ihre Energie ausschließlich aus Batterien bezieht. - © © Airbus Group -

In Frankreich wurde jetzt eine unter anderem vom Airbus-Konzern entwickelte Propellermaschine vorgestellt, die ihre Energie ausschließlich aus Batterien bezieht. © Airbus Group

Kommt nach dem Elektroauto nun auch das Elektroflugzeug? Der europäische Airbus-Konzern hat am Freitag in Frankreich eine kleine Propellermaschine präsentiert, die ausschließlich mit Energie aus Batterien fliegt. Wenige Woche nach dem erfolgreichen Jungfernflug sind die Hoffnungen groß, dass die bis zu 220 Stundenkilometer schnelle «E-Fan» bald als Schulungsflugzeug für Nachwuchspiloten eingesetzt werden kann. Bereits 2017 soll der knapp sieben Meter lange Zweisitzer in Serienproduktion gehen.

Zum ganz großen Durchbruch als neue Antriebstechnologie für Flugzeuge wird die «E-Fan» dem Elektromotor allerdings vermutlich nicht verhelfen. Sie bringt dank leichter Werkstoffe gerade einmal 500 Kilogramm auf die Waage und bleibt nicht länger als eine Stunde in der Luft. Zum Vergleich: Das Großraumflugzeug A380 ist mit rund 275 Tonnen etwa 550 Mal so schwer wie die «E-Fan». Und von ihm wird erwartet, dass er rund 15.000 Kilometer weit fliegt.

Projektpartner von Airbus für das neue Kleinflugzeug ist Aero Composites Saintonge (ACS). Mit der österreichischen Diamond Aircraft und Siemens hatte Airbus zuvor bereits einen Motorsegler auf Elektroantrieb umgestellt. Mit Rolls-Royce arbeitet der europäische Flugzeughersteller zudem an einer Umsetzung für größere Flugzeuge. Alle drei Ansätze gemeinsam laufen bei Airbus unter dem Projektnamen "E-aircraft".

Umsetzung auch für größere Flugzeuge

Damit könnten die Arbeiten an der kleinen «E-Fan» durchaus auch für die Passagierluftfahrt zukunftsweisend sein. Airbus kann sich vorstellen, mittelfristig kleinere Regionalflugzeuge mit Hybrid-Antrieben auszustatten. Ein elektrischer Antrieb könnte dabei die Lärm- und Abgasemission beim Start gegen Null reduzieren. In großen Höhen, wo der Lärm keine Anwohner mehr stört, würde dann ein herkömmliches Düsentriebwerk zum Einsatz kommen. Das «E-Fan»-Projekt werde langfristig zu einer wirtschaftlicheren und effizienteren Flugzeugtechnologie führen, kommentierte Airbus-Group-Cheftechniker Jean Botti am Freitag.

Die Luftfahrtindustrie hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 deutlich sauberer zu werden. Eine sogenannte «Roadmap» strebt unter anderem eine Reduktion der CO2-Emissionen von Flugzeugen um 75 Prozent und des Geräuschpegels um 65 Prozent an - verglichen mit den Werten des Jahres 2000. Bereits seit längerem erproben Airbus und der US-Rivale Boeing Bio-Treibstoffe. Sie gelten derzeit als eine der effizientesten Möglichkeiten, die CO2-Bilanz der Luftfahrt zu verbessern.

In Deutschland soll die «E-Fan» im Mai bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin präsentiert werden. Was mit Elektroantrieben in Luft möglich ist, hatte zuletzt auch der Flugpionier Bertrand Piccard gezeigt. Er und sein Partner André Borschberg legten 2013 mit einem Solarflieger rund 5000 Kilometer von San Francisco nach New York in mehreren Tagesetappen zurück. Dabei reisten sie zwar nur mit etwa 50 Stundenkilometer - aber ohne einen Tropfen Benzin. Die vier Zehn-PS-Motoren unter den Flügeln wurden allein durch Solarzellen angetrieben. Im kommenden Jahr will Piccard mit einer Weiterentwicklung des Flugzeuges zu einer Erdumrundung aufbrechen.

Von: dpa, airliners.de
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