Airbus beschließt A321 XLR und verkündet erste Bestellungen

17.06.2019 - 10:27 0 Kommentare

Die Europäer bringen eine A321-Variante mit nochmals erhöhter Reichweite von 8700 Kilometern bis 2023 auf den Markt. Damit steht Boeing unter Druck, ein konkurrenzfähiges Gegenmodell zu bauen.

Visualisierung des Airbus A321 XLR

Visualisierung des Airbus A321 XLR
© Airbus

Airbus A321 XLR Infografik

Airbus A321 XLR Infografik
© Airbus

Der europäische Flugzeugbauer hat jetzt offiziell bestätigt, was seit Monaten spekuliert wird: Die A321 XLR kommt. Wie Airbus im Rahmen der Paris Air Show bekannt gab, werde das neue Flugzeug über 4700 nautische Meilen Reichweite verfügen, was 8700 Kilometer entspricht. Die Indienststellung ist für 2023 geplant.

Die Reichweite der neuesten Version übertrifft die der LR-Variante um 15 Prozent oder 700 Meilen beziehungsweise 1300 Kilometer. Ermöglicht wird die Reichweitensteigerung durch eine Anhebung des maximalen Startgewichts auf nun 101 Tonnen mit einem modifizierten Fahrwerk. Außerdem sorgt eine geänderte Klappenkonfiguration für dieselbe Take-Off-Performance wie beim A321 LR. Bei enger Einklassenbestuhlung kann das Flugzeug bis zu 244 Passagiere transportieren.

Als erster Kunde kündigte der Flugzeugfinanzierer Air Lease Corporation eine Order über 27 Jets des Typs an - und unterzeichnete zugleich einen Vorvertrag über 23 normale Airbus A321neo sowie 50 kleinere Maschinen vom Typ A220-300. Branchenbeobachter erwarten in den kommenden Tagen weitere Bestellungen für die XLR auf der Paris Air Show.

Breiteres Einsatzspektrum

Die A321 XLR kann durch die zusätzliche Reichweite beispielsweise Strecken zwischen Europa und Indien bedienen. Außerdem wird das Einsatzspektrum des Flugzeugs vielseitiger, wenn nicht mehr nur die kürzeren Atlantikrouten geflogen werden können.

Airbus betont neben den operativen Leistungsdaten auch die Umweltaspekte des neuen Typs. Verkaufschef Christian Scherer äußerte sich dementsprechend selbstbewusst in Le Bourget: "Verglichen mit bisherigen Flugzeugen wie der Boeing 757, die solche Strecken typischerweise fliegen, spart die A321 XLR rund 30 Prozent an Treibstoff und CO2-Ausstoß ein".

Boeing unter Druck im mittleren Marktsegment

Damit eröffnet Airbus die Luftfahrtausstellung in Paris mit einer Nachricht, die die kriselnde Konkurrenz auf den USA weiter unter Druck setzt, denn im Wettlauf um kleinere Langstreckenjets sind die Europäer Boeing damit zuvorkommen. Die Amerikaner arbeiten seit einiger Zeit an einem Konzept für einen komplett neuen mittelgroßen Passagierjet unter dem Projektnamen "New Midsize Aircraft" (NMA), das inoffiziell auch 797 genannt wird.

Boeing will dieses Marktsegment zukünftig dem neuen NMA bedienen, das inoffiziell bereits Boeing 797 genannt wird. Der US-Konzern hat aber auch nach mehrjährigen Diskussionen noch nicht beschlossen, ob und wie er den Jet baut. Boeing-Chef Dennis Muilenburg geht weiterhin davon aus, dass die Maschine im Jahr 2025 fertig ist. Derzeit geht bei Boeing aber die Aufarbeitung der Krise um den Mittelstreckenjet 737 Max vor, für den nach zwei tödlichen Abstürzen ein weltweites Flugverbot gilt.

© EPA/dpa, Guillaume Horcajuelo Lesen Sie auch: Airbus will mögliche Boeing 797 mit Kampfpreisen kontern

Von: hr
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