Airbus startet Produktion von Bauteilen aus 3D-Druckern

19.01.2016 - 17:02 0 Kommentare

Der Flugzeugbauer Airbus hat den industriellen Einsatz von 3D-Druckern in der Produktion. "Ein echter Meilenstein", sagt Airbus-Manager Sander. Los ging es in einem niedersächischen Werk.

Peter Sander, Vizepräsident der Abteilung Neue Technologien und Konzepte bei Airbus, zeigt im Windkanal im Bremer Airbus-Werk eine am 3D-Drucker hergestellte Flügelklappe.

Peter Sander, Vizepräsident der Abteilung Neue Technologien und Konzepte bei Airbus, zeigt im Windkanal im Bremer Airbus-Werk eine am 3D-Drucker hergestellte Flügelklappe.
© dpa - Carmen Jaspersen

Die Unterseite einer am 3D-Drucker hergestellten Flügelklappe, fotografiert im Airbus-Werk Bremen. Als Vorbild für die Struktur diente eine Seerose.

Die Unterseite einer am 3D-Drucker hergestellten Flügelklappe, fotografiert im Airbus-Werk Bremen. Als Vorbild für die Struktur diente eine Seerose.
© dpa - Carmen Jaspersen

Die Aufnahme zeigt einen am 3D-Drucker hergestellten Halter für einen Hydrauliktbehälter am Flugzeugfahrwerk, fotografiert im Airbus-Werk Bremen.

Die Aufnahme zeigt einen am 3D-Drucker hergestellten Halter für einen Hydrauliktbehälter am Flugzeugfahrwerk, fotografiert im Airbus-Werk Bremen.
© dpa - Carmen Jaspersen

Triebwerksschaufeln aus dem 3D-Drucker.

Triebwerksschaufeln aus dem 3D-Drucker.
© Rolls-Royce

Airbus A350-Teil aus dem 3D-Drucker.

Airbus A350-Teil aus dem 3D-Drucker.
© Airbus

Im niedersächsischen Varel hat der Airbus-Konzern mit dem industriellen Einsatz von 3D-Druckern in der Produktion eine neue Ära eingeläutet. Bisher hat Airbus seine Bauteile komplett von Zulieferern bezogen, nun werden zunächst doppelwandige Treibstoffrohre aus Titan gedruckt.

"Das ist ein echter Meilenstein, zumal sich die Kosten dadurch halbieren", sagte Airbus-Manager Peter Sander am Rande eines Seminars am Dienstag in Hannover. Nach Angaben des für Zukunftstechnologien zuständigen Managers stellt die Airbus-Tochter Premium Aerotech (PAG) die bisher aus Guss produzierten Rohre her.

© dpa, Carmen Jaspersen Lesen Sie auch: Airbus bereitet Flugzeugteilen aus dem 3D-Drucker den Weg

Europas größter Flugzeugbauer will ab Mitte 2016 auch Bauteile aus Edelstahl und ab 2017 aus Aluminium herstellen. Eine Ende 2015 vor Tausenden Zuschauern auf einer Messe in Las Vegas per 3D-Druck produzierte Flugzeug-Trennwand von 2,10 Metern Länge soll dann aus einem Stück hergestellt werden. Neben dem 3D-Druck, bei dem die Strukturen Schicht für Schicht aufgebaut werden, ermöglicht das auch die sogenannte Bionik. Sie ahmt Strukturen aus der Natur industriell nach. Nach Angaben von Sanders halbiert sich das Gewicht der Teile.

So funktioniert ein 3D-Drucker

3D-Drucker sind keine Drucker im herkömmlichen Sinne. Ihr Verfahren ähnelt dem Spritzguss. Mit Hilfe von Druck wird ein Werkstoff Schicht für Schicht aufgetragen. Die Strukturen, die der Drucker nachformt, wurden zuvor eingescannt. Gearbeitet wird in den meisten Fällen mit Kunststoffen und Kunstharzen. Beim Laserschmelzverfahren werden aber auch metallische Pulver mit Hilfe eines hochleistungsfähigen Lasers geschmolzen. Inzwischen gibt es auch Drucker, die mehrere Materialien verwenden und miteinander verbinden.

Von: gk, dpa
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