Airbus-Probleme bremsen Lufthansa-Wachstum

03.05.2018 - 15:20 0 Kommentare

Wegen der Airbus-Lieferengpässe beim Mittelstreckenjet A320neo verzögert sich bei Lufthansa die Flottenerneuerung weiter. Die Airline-Gruppe muss in der Folge ihr geplantes Kapazitätswachstum zurückfahren.

A320neo der Lufthansa. - © © Lufthansa -

A320neo der Lufthansa. © Lufthansa

Die Probleme beim A320neo-Programm machen Lufthansa weiter zu schaffen: Die Airline bekommt auch in diesem Jahr weniger Mittelstrecken-Jets als vorgesehen. Laut Lufthansa werden bis Ende 2018 nur sechs A320neo erwartet, vorgesehen waren zwölf.

Den vorerst letzten Neo-Jet hat die Airline Ende November 2017 erhalten. Schon im vergangenen Jahr waren von zehn geplanten Auslieferungen nur fünf zustande gekommen.

Die verspäteten Airbus-Maschinen sind einer der Gründe, warum die Lufthansa Group nun ihr Kapazitätswachstum reduzieren muss: Um 8,5 Prozent soll das Flugangebot in diesem Jahr nur noch gesteigert werden, ein Prozentpunkt weniger als im März angekündigt.

Kein Lieferplan für 2019

2,5 Prozentpunkte des Zuwachses sind auf die Übernahme von Teilen der Air Berlin zurückzuführen, der Rest ist nach Unternehmensangaben "organisches Wachstum". Gebremst wird der Kapazitätsausbau einer Sprecherin zufolge neben der Airbus-Probleme unter anderem auch durch das langsamere Wachstum bei Eurowings.

Einen Lieferplan für die Neo-Jets über 2018 hinaus gibt es laut der Sprecherin noch nicht. Nur so viel steht fest: Bis 2025 sollen die übrigen 55 A320neo sowie 45 A321neo bei Lufthansa und Swiss eingeflottet werden.

Die A320neo bei Lufthansa

Die "New Engine Option" des Airbus A320 wurde erstmals im Januar 2016 an die Erstkundin Lufthansa ausgeliefert. Die Lufthansa Group hat insgesamt 116 Neo-Jets bestellt, davon 45 A321neo. Zehn A320neo und fünf A321neo sind nach Airbus-Angaben für Swiss vorgesehen, der Rest für Lufthansa.
Bei den Triebwerken für die Neos fährt die Airline-Gruppe zweigleisig: 60 Maschinen werden nach eigenen Angaben mit den PW1100G-Triebwerken von Pratt & Whitney ausgestattet, für die restlichen Flugzeuge sind die Leap-1A von CFM-International bestellt, allerdings erst für Auslieferungen ab 2019.

Lufthansa hatte von Anfang Probleme mit den Neo-Jets. Schon die für Ende 2015 vorgesehene Erstauslieferung musste wegen Triebwerksproblemen verschoben werden. Seither sind zehn Maschinen des neuen, besonders verbrauchsarmen Typs in die Flotte gekommen - eigentlich sollten es bereits 20 sein.

Die Probleme bei A320neo spitzten sich Anfang des Jahres zu, als bei neu ausgelieferten Neo-Jets Ausfälle bei Triebwerken von Pratt & Whitney aufgetreten waren. Lufthansa-Maschinen waren nicht davon betroffen, hatten aber mit anderen technischen Problemen zu kämpfen.

Bislang nur zehn Neo-Jets pro Monat

Allerdings stoppte Airbus in der Folge die Auslieferung von weiteren Neo-Jets mit den Triebwerken von Pratt & Whitney. So konnten seit Jahresbeginn lediglich drei dieser Maschinen ausgeliefert werden. Hinzu kamen weitere 36 Neo-Jets mit den konkurrierenden Triebwerken von CFM-International.

Mit diesem Ausstoß hinkt Airbus weit hinter den ursprünglichen Planungen her: Bis Ende März wurden nach Unternehmensangaben 279 Neo-Jets ausgeliefert, das ist seit der ersten Auslieferung im Januar 2016 eine Rate von etwas mehr als zehn pro Monat.

Ursprünglich wollte Airbus 50 der verbrauchsarmen Jets monatlich produzieren. Jetzt soll die Monatsproduktion ab Mitte 2019 bei mindestens 60 liegen.

© dpa, Angelika Warmuth Lesen Sie auch: Fehlende Triebwerke lassen Airbus-Zahlen einbrechen

Airbus wird angetrieben von einer großen Nachfrage nach den sparsamen neuen Mittelstrecken-Jets: Mit Stand von Ende März verzeichnetet der Konzern 4071 Bestellungen für die A320neo und 1930 für die A321neo. Die größten Stückzahlen gehen auf das Konto der asiatischen Billigflieger Indigo (430 Bestellungen) und Air Asia (404 Bestellungen). Die beiden sind mit bisher 32 und 28 ausgelieferten Maschinen auch die größten Neo-Betreiber.

Von: pra
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