Airbus senkt Produktionsziel wegen fehlender Triebwerke

31.10.2018 - 08:50 0 Kommentare

Auch bei der A330 Neo fehlen Airbus jetzt Motoren - die Auslieferungen müssen reduziert werden. Dennoch liefen die ersten neun Monate für den Konzern besser als erwartet.

Logo des Flugzeughersteller Airbus. - © © dpa - Angelika Warmuth

Logo des Flugzeughersteller Airbus. © dpa /Angelika Warmuth

Der Flugzeugproduzent Airbus ist gezwungen, seine Fertigungspläne für 2018 zu ändern. Zwar will Airbus-Chef Tom Enders in diesem Jahr weiterhin rund 800 Passagier- und Frachtflugzeuge ausliefern, wie er bei der Vorlage der Quartalszahlen am Mittwoch in Toulouse sagte. Allerdings rechnet Enders dabei jetzt auch rund 18 Exemplare des im Sommer von Bombardier übernommenen Mittelstreckenjets Airbus A220 ein.

In den ersten neun Monaten lieferte Airbus 503 Verkehrsflugzeuge aus. Der Autragsbestand liegt bei 7383 Zivilflugzeugen.

Triebwerksprobleme reißen nicht ab

Vergangene Woche wurde bekannt, dass Rolls-Royce bis Ende Oktober nur zehn der bis Jahresende versprochenen 30 Trent-7000-Triebwerke für den Airbus A330 Neo fertigstellen wird. Eigentlich sollten in diesem Jahr 15 A330 Neos ausgeliefert werden. Aktuell steht die Erstauslieferung weiter aus. Darüber hinaus stocken die Auslieferungen des Mittelstreckenjets A320 Neo seit Monaten.

© Airbus, Lesen Sie auch: Rolls-Royce-Probleme gefährden Airbus-Jets

Im Sommer lief es für Airbus im laufenden Geschäft besser als gedacht. Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Fünftel auf 15,45 Milliarden Euro. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) sprang dank mehr ausgelieferter Mittelstreckenjets der A320-Neo-Reihe von 655 Millionen im Vorjahr auf fast 1,6 Milliarden Euro. Analysten hatten einen nicht ganz so starken Anstieg erwartet.

Positive Neun-Monats-Bilanz

Für die ersten neun Monate weist das europäische Unternehmen einen Umsatzanstieg von sechs Prozent auf 40,4 Milliarden Euro aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 127 Prozent im Vorjahresvergleich auf rund 2,7 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis konnte um vier Prozent auf über 1,4 Milliarden Euro gesteigert werden. Der Free-Cash-Flow, also der Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft, ist mit minus 3,9 Milliarden Euro noch weiter ins Minus gerutscht. Nach den ersten neun Monaten lag dieser noch bei minus 3,2 Milliarden Euro.

Als Ursachen des Gewinnanstiegs gelten der Produktionshochlauf bei der A320 Neo und dem neuen Großraumjet A350. Bis Ende des Jahres will Airbus die Produktion der A350 auf monatlich 10 Maschinen hochgefahren haben. Dadurch wird die Produktion effizienter.

Für das laufende Jahr peilt das Management weiterhin ein bereinigtes Ebit von etwa fünf Milliarden Euro an.

Von: br, dpa
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