Airbus arbeitet an einem neuen Sparprogramm

19.09.2016 - 11:02 0 Kommentare

Neues Sparprogramm bei Airbus: Der Konzern nimmt Doppelstrukturen ins Visier. Laut einem Medienbericht sind auch Stellenstreichungen in der Flugzeugsparte eine Option für Konzernchef Tom Enders.

Airbus-CEO Thomas Enders. - © © dpa - Bodo Marks

Airbus-CEO Thomas Enders. © dpa /Bodo Marks

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus feilt an neuen Sparplänen. Damit solle Doppelarbeit reduziert werden, sagte Vorstandschef Tom Enders jetzt nach Angaben eines Sprechers in Toulouse. Enders nannte dabei keinen Zeitplan für den geplanten Umbau, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg meldete.

Die Airbus-Aktie konnte am Montag nicht vom allgemeinen positiven Trend profitieren. An der Pariser Börse verloren die Papiere bis zur Mittagszeit 0,17 Prozent an Wert und waren damit zweitschwächster Wert im französischen Index CAC-40.

Airbus verwies darauf, dass das Management bereits Ende Juli auf weitere Einsparungen eingestimmt hatte. Diese sollen Geld für die Digitalisierungsstrategie des Unternehmens freisetzen.

Pläne sollen Ende September vorgelegt werden

Die "Financial Times" berichtete unter Berufung auf Konzernmanager, Vorstandschef Tom Enders wolle sich etwa in der Flugzeugsparte Doppelfunktionen vornehmen. Das könne auch zu Stellenstreichungen führen. Die Pläne seien aber noch nicht endgültig, Gespräche mit Gewerkschaften sollten in Kürze beginnen, hieß es.

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Ein Konzernsprecher sagte: "Da zu den angekündigten Kostensenkungen noch keine Entscheidung getroffen wurde, können wir Gerüchte und Medienspekulationen nicht kommentieren." Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen die Pläne auf einer Verwaltungsratssitzung am 29. September vorgestellt werden. Airbus äußerte sich dazu nicht.

Konzern setzt beim Umbau auf Digitalisierung

Enders hatte bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen vor fast zwei Monaten gesagt, das Unternehmen müsse "schneller, effizienter, schlanker" werden. In einer Telefonkonferenz mit Analysten kündigte er an, das Management wolle sich deshalb auch die Struktur, weitere Kostensenkungen und Überschneidungen zwischen der Konzernebene und den einzelnen Sparten anschauen.

Der Vorstandschef begründete dies mit dem digitalen Umbau, der die künftige Wettbewerbsfähigkeit von Airbus sichern soll. Die Aussagen hatten damals noch kein größeres Echo gefunden.

Probleme mit A350, A380 und A400M

Der Luftfahrtkonzern steht nach dem Triebwerks-Desaster beim Militärtransporter A400M und Produktionsproblemen beim neuen Langstreckenjet A350 unter Druck. Das hatte zur Jahresmitte zu einer Sonderbelastung von 1,4 Milliarden Euro geführt. Hinzu kommt die schleppende Nachfrage beim Großraum-Jet A380, dessen Produktion daher deutlich zurückgefahren werden soll.

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Dank Sondergewinnen sprang das Plus unter dem Strich in der ersten Jahreshälfte dennoch in die Höhe. Außerdem kann das Unternehmen auf das dicke Auftragspolster seiner Verkehrsflugzeug-Sparte verweisen.

Airbus hatte Ende 2013 einen umfassenden Konzernumbau mit Streichung mehrerer tausend Stellen eingeleitet. Dabei wurde unter anderem das Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft in der Sparte Airbus Defence and Space zusammengelegt.

Von: ch, dpa-AFX
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