Airbus testet Lufttaxi in Ingolstadt

11.03.2019 - 12:28 0 Kommentare

In von Autos verstopften Innenstädten soll es bald eine neue Alternative im Nahverkehr geben. In der Region Ingolstadt wird dafür in den kommenden Monaten ein Lufttaxi-Modell von Airbus auf seine Praxistauglichkeit getestet.

So sieht das Lufttaxi

So sieht das Lufttaxi "CityAirbus" von Hersteller Airbus aus. © Airbus

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat am Montag den sogenannten "CityAirbus" auf dem Ingolstädter Rathausplatz vorgestellt. Das Modell ist eine elektrobetriebene, drohnenähnliche Maschine mit vier Sitzplätzen und acht Rotoren. Es ist angedacht, dass solche Flugtaxis künftig in Großstädten Passagiere auf festen Routen befördern, etwa vom Zentrum zum Flughafen.

Daneben sind aber noch weitere Einsatzgebiete geplant, unter anderem im Gesundheitswesen. So sollen die Mini-Flieger künftig Notärzte schnell zu Unfallopfern bringen sowie dringend benötigte Blutspenden oder Organe transportieren. Weltweit werden derzeit solche Fluggeräte entwickelt.

Scheuer will schnell neue Gesetze für Lufttaxis schaffen

Scheuer will nun schnell rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von Lufttaxis in Deutschland schaffen. In seinem Ministerium werde schon über Flugrouten zum Münchner Airport diskutiert, sagte er am Montag in Ingolstadt. Die Gesetze dürften nicht erst geschaffen werden, wenn die Ingenieure die Fluggeräte fertig entwickelt haben. Beides müsse zeitgleich passieren.

Das neue bayerische Lufttaxi wurde in den vergangenen Jahren im Airbus-Helikopterwerk im schwäbischen Donauwörth gebaut. Ingolstadt ist bundesweite Modellregion für die Nutzung solcher Senkrechtstarter, die auf kleinem Raum abheben und landen können.

Die oberbayerische Stadt hatte sich im Rahmen der EU-Initiative "Urban Air Mobility" beworben. Außer Airbus sind etliche weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen an dem Ingolstädter Projekt beteiligt.

Probeflüge auf Testgelände

In der Nähe der oberbayerischen Stadt soll der "CityAirbus" in wenigen Monaten auf einem Testgelände erste Probeflüge machen. Flüge über bewohntem Gebiet sind noch nicht erlaubt. Ingolstadt ist eine europäische Modellregion zur Erprobung von Passagierdrohnen. Das Airbus-Modell hat vier Sitzplätze, kann ohne Pilot fliegen und wird elektrisch angetrieben.

In Zukunft soll es feste Routen beispielsweise von Innenstädten zu Flughäfen geben. "Flugtaxis sind kein Ersatz für Busse und Bahnen", sagte Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Lösel (CSU). Sie seien vielmehr als Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs zu sehen.

Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) betonte bei der Präsentation, dass es neben Airbus noch eine Reihe anderer Hersteller von Lufttaxis in Deutschland gebe. Ziel sei, "dass Deutschland in dieser neuen Technologie Weltmarktführer wird", hatte Bär zuvor der Düsseldorfer "Rheinischen Post" gesagt.

Von: dpa-AFX, br
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