Airbus findet kurzfristige Lösung für Werks-Shuttle

Von der Einstellung des Germania-Flugbetriebs sind auch die Flüge für Airbus zwischen den Werken in Hamburg und Toulouse betroffen. Der Flugzeugbauer präsentiert nun eine kurzfristige Lösung.

Germania hatte in Hamburg-Finkenwerder einen Airbus A319 für den Airbus-Werks-Shuttle stationiert. - © © airliners.de - Benjamin Recklies

Germania hatte in Hamburg-Finkenwerder einen Airbus A319 für den Airbus-Werks-Shuttle stationiert. © airliners.de /Benjamin Recklies

Airbus hat eine Übergangslösung für Flüge zwischen den Werken in Hamburg-Finkenwerder und Toulouse gefunden. Der bislang von Germania bedienten Pendelverkehr werde zunächst mit Flügen von Titan Airways und Germania Flug durchgeführt, sagte ein Sprecher zu airliners.de. Die insolvente Germania hatte zwei Airbus-Jets für zwei werktägliche Umläufe im Einsatz.

Dass zunächst Titan und der Schweizer Germania-Ableger zum Einsatz kommen, ist nicht ganz überraschend für Beobachter. Denn bereits am Dienstag hob Germania Flug unter eigener "GM"-Flugnummer auf der Strecke ab. Am Mittwoch werden die Flüge laut Recherchen von der englischen Titan Airways durchgeführt.

Der Airbus-Sprecher bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass der Auftrag für eine langfristige Lösung wie üblich ausgeschrieben wird.

Eurowings und Lauda Motion sind zurückhaltend

Auf Nachfrage von airliners.de sind verschiedene für den deutschen Markt wichtige Fluggesellschaften sehr zurückhaltend, was ihre Pläne für ein Engagement angeht.

  • So teilte Eurowings mit, dass man sich dazu derzeit nicht äußern wolle;
  • eine Sprecherin von Lauda Motion sagte, dass man prinzipiell für viele Geschäftsmöglichkeiten offen sei, aber aktuell die eigenen Kapazitäten selbst benötige;
  • Easyjet antwortete, dass man kontinuierlich das Flugprogramm überprüfe - eine konkrete Antwort auf die Frage nach den Shuttle-Flügen gab der Low-Coster jedoch nicht;
  • Ryanair teilte mit, dass man immer an neuen Strecken interessiert sei, aber Gerüchte und Spekulationen nicht kommentieren möchte;
  • Condor teilte mit, dass man grundsätzlich offen für Marktmöglichkeiten sei, es jedoch diesbezüglich keine konkreten Pläne gebe;
  • Ryanair und Tuifly betreiben reine Boeing-Flotten und kommen daher nicht infrage.

Der Ertrag dieser Shuttle-Lösung wird in der Branche angezweifelt. So gelte der Airbus-Pendelverkehr eigentlich als "lukrativer Auftrag", doch sei dies nicht nachvollziehbar, "wenn man sieht, dass Germania dazu zwei Maschinen blocken und nicht ins tägliche Programm einbinden konnte", merkt ein Manager an.

2011 hatte sich Germania den Auftrag von Airbus gesichert. Vorher führte die Ostfriesische Lufttransport GmbH (OLT) die Flüge durch. Die Ostfriesen flogen den Werksshuttle seit 2008. Germania meldete zu Wochenbeginn Insolvenz an und wurde anschließend vom Luftfahrt-Bundesamt gegroundet.

Von: br

Datum: 06.02.2019 - 13:31

Adresse: http://www.airliners.de/airbus-loesung-werks-shuttle/48750