Airbus liefert erstes Transportflugzeug A400M an Frankreich aus

01.08.2013 - 11:52 0 Kommentare

Jahrelang verschoben, jetzt ist es soweit: Der erste A400M ist an die französischen Streitkräfte ausgeliefert worden. Deutschland soll den neuen Militärtransporter im kommenden Jahr erhalten.

Der Airbus A400M beim Rollout - © © dpa -

Der Airbus A400M beim Rollout © dpa

Mit einer Verspätung von mehreren Jahren hat Airbus Military das erste Exemplar des neuen Transportflugzeugs A400M ausgeliefert. Die Maschine sei am Donnerstag offiziell an die französische Luftwaffe übergeben worden, teilte das Unternehmen mit. Nach der französischen Musterzulassung sei zuvor auch die Bescheinigung der vorläufigen Einsatzfähigkeit der internationalen Rüstungsorganisation Occar eingegangen, gab die Sparte Airbus Military bekannt. Damit gehen zehn Jahre Entwicklung und den Angaben zufolge mehr als 5.000 Testflugstunden zu Ende.

Erstkunde Frankreich hatte eigentlich die erste Maschine längst erhalten sollen. Einer der Gründe für die Verschiebung des Auslieferungstermins waren Metallspäne, die im Juli vergangenen Jahres kurz vor der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough im Ölsystem einer der Antriebseinheiten aufgetaucht waren. Bei der Airshow musste der Militärflieger am Boden bleiben. Die Zertifizierung des Antriebs nahm mehr Zeit als geplant in Anspruch. Erst musste eine neue Getriebeabdeckung, denn von dort stammten die gefundenen Metallspäne, entwickelt werden.

Deutschland erwartet die erste Maschine des Typs im Herbst 2014. Das Verteidigungsministerium kämpft allerdings mit Problemen bei der Zulassung des neuen Airbus-Transportflugzeug. So gibt es offenbar Fehler im Kaufvertrag, der 2003 von der rot-grünen Bundesregierung abgeschlossen wurde. Im Verteidigungsministerium ist man aber zuversichtlich, die Probleme bis zum kommenden Jahr lösen zu können.

Projekt wäre fast gescheitert

Verzögerungen und milliardenschwere Mehrkosten bei der Entwicklung ließen das Projekt beinahe scheitern. Bereits die Verschiebung des für Anfang 2008 geplanten Erstflugs hatte beinahe zum Aus geführt. Erst im Dezember 2009 konnte der A400M zum Jungfernflug abheben.

Bestellt haben das Flugzeug - dessen Erstauslieferung schon 2009 geplant war - neben Frankreich und Deutschland unter anderem Großbritannien, Spanien und die Türkei. Deutschland hatte urspünglich 60 Einheiten übernehmen wollen. Um den deutschen Anteil an den Mehrkosten zu kompensieren, einigten sich Deutschland und der Rüstungskonzern EADS auf eine Reduzierung auf 53 Maschinen. Weitere sieben Bestellungen wurden in eine Option umgewandelt.

Die A400M ist als Mehrzweck-Militärtransporter konzipiert. Das 45 Meter lange Flugzeug soll 37 Tonnen Nutzlast bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen, Hubschraubern oder schwerem Räumgerät über 8700 Kilometer transportieren können. Gleichzeitig soll es in der Lage sein, sowohl schnell fliegende Kampfjets als auch langsame Hubschrauber in der Luft zu betanken.

Von: airliners.de, dpa
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