Airbus denkt über weitere Kürzung bei A380-Produktion nach

06.06.2017 - 15:10 0 Kommentare

Airbus muss erneut bei der Produktion nachjustieren: Der Hersteller muss die Zahl der A380-Auslieferungen bis 2018 unter zwölf Maschinen pro Jahr senken. Auch beim A320neo läuft es nicht rund.

Ein Segment einer A380 wird in Hamburg-Finkenwerder montiert. - © © dpa - Markus Scholz

Ein Segment einer A380 wird in Hamburg-Finkenwerder montiert. © dpa /Markus Scholz

Der Flugzeugbauer Airbus denkt wegen ausbleibender Neubestellungen für den weltgrößten Passagierjet A380 über eine weitere Kürzung der Produktion nach. Das Unternehmen prüfe, wie es die Zahl der Auslieferungen am besten unter die Marke von zwölf Jets pro Jahr senken könne, sagte Airbus-Programmchef Didier Evrard jetzt. Airbus hatte bereits 2016 bekanntgegeben, die Jahresproduktion des Fliegers auf zwölf Maschinen pro Jahr mehr als zu halbieren. Diese Marke soll 2018 erreicht sein.

Es ist wahrscheinlich, dass wir unter einen Flieger pro Monat gehen müssen.

Didier Evrard, Airbus-Programmchef

Über eine weitere Kürzung will Airbus noch in diesem Jahr entscheiden, sofern weitere Neubestellungen ausbleiben. "Es ist wahrscheinlich, dass wir unter einen Flieger pro Monat gehen müssen", sagte der Manager. Dabei versuche das Unternehmen die finanziellen Belastungen so gering wie möglich zu halten. Die Airbus-Aktie gab in einem schwachen Marktumfeld am Mittag knapp ein Prozent nach.

Laut Verkaufschef John Leahy spricht das Unternehmen weiterhin mit möglichen Käufern über neue Bestellungen. Auf diese Weise will er genügend Nachfrage sichern, um die Produktion bei zwölf Jets pro Jahr stabil zu halten.

A320neo-Produktion hinter dem Zeitplan

Ganz große Flugzeuge mit vier Triebwerken wie die A380 und Boeings Jumbo-Jet 747-8 sind bei den Airlines seit Jahren kaum noch gefragt. Fluglinien setzen verstärkt auf mittelgroße Langstreckenjets wie den Airbus A350, A330 sowie Boeing 777 und 787 "Dreamliner", die auf Langstrecken mit zwei Triebwerken auskommen und sich wegen ihrer Größe auf mehr Strecken rentabel einsetzen lassen.

Sorgen bereiten Airbus auch weiterhin Probleme beim modernisierten Mittelstreckenjet A320neo. Die Produktion liege teilweise auch noch hinter dem Zeitplan zurück, sagte Leahy. Hitzeprobleme an den Triebwerken von der United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney hatten schon im vergangenen Jahr den Start des Verkaufsschlagers verzögert. Ärger gibt es auch weiterhin mit den Sitzen des jüngsten Großraumjets A350. Der Verzögerungen beim Sitzhersteller Zodiac hatten Airbus bei der Produktion ebenfalls schon 2016 zurückgeworfen.

Von: cs, dpa-AFX
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