Airbus kündigt Konsequenzen nach A400M-Verzögerung an

28.01.2015 - 13:10 0 Kommentare

Die Probleme beim A400M werden Konsequenzen haben: Flugzeugbauer Airbus hat angekündigt, in zwei Bereichen Änderungen vorzunehmen.

Airbus Group Präsident und CEO Tom Enders

Airbus Group Präsident und CEO Tom Enders
© dpa - Guillaume Horcajuelo

Airbus A400M im Flug

Airbus A400M im Flug
© Airbus

Airbus A400M

Airbus A400M
© AirTeamImages.com

Turboprop-Triebwerke der A400M.

Turboprop-Triebwerke der A400M.
© airliners.de - Gunnar Kruse

Rümpfe für das neue Militär-Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M werden im Werk der Airbus Defence and Space in Bremen montiert.

Rümpfe für das neue Militär-Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M werden im Werk der Airbus Defence and Space in Bremen montiert.
© dpa - Ingo Wagner

Airbus-Chef Tom Enders hat angesichts der vielen Probleme beim Militärtransportflugzeug A400M Konsequenzen angekündigt. "Wir haben nicht die Leistung abgeliefert, die wir uns gewünscht haben und ich muss mich dafür entschuldigen", sagte der Manager bei einer Rede in London, wie die "Financial Times" berichtet. Es werde im Management und in der Organisation Konsequenzen geben, kündigte Enders an. Ein Sprecher der Unternehmens bestätigte die Äußerungen.

Zuvor hatte bereits das "Handelsblatt" berichtet, Airbus prüfe angesichts der fortgesetzten Probleme beim A400M Maßnahmen. Neben der Ursachenforschung gehe es dabei auch um die Kosten aus den Verzögerungen, schreibt die Zeitung. Für das Programm des Flugzeugs ist innerhalb der Rüstungssparte Airbus Defence & Space die Einheit Airbus Military zuständig. Dort steht Domingo Ureña-Raso an der Spitze. Airbus Defence & Space wird von Bernhard Gerwert geführt.

Der Stückpreis der A400M erhöhte sich im Laufe der Jahre von 125 auf 175 Millionen Euro. Die erste Bundeswehr-Maschine ist aber immer noch nicht voll funktionsfähig. Das Verteidigungsministerium hat 161 Mängel aufgelistet. Darunter sind acht "permanente und temporäre Minderleistungen", die "nennenswerte Fähigkeitseinbußen" nach sich ziehen können. Weitere 153 Mängel werden entweder als "unkritisch" oder irrelevant für den Anfangsflugbetrieb eingestuft.

Kritik von der Verteidigungsministerin

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte Airbus zuletzt wegen der Lieferverzögerung bei der A400M scharf kritisiert und gefordert, dass der Konzern alles tun müsse, um die Folgen für die Bundeswehr so gering wie möglich zu halten. Die erste A400M war im Dezember mit vier Jahren Verspätung an die Bundeswehr ausgeliefert worden. Dabei bezieht sich das Ministerium auf den ursprünglichen Kaufvertrag von 2003. Darin steht, dass die Turboprop-Maschine im August 2010 ausgeliefert werden soll.

Airbus rechnet allerdings anders. Bei der 38. Änderung des A400M-Vertrags 2011 sei der Auslieferungstermin auf den 30. November 2014 verschoben worden, hieß es von Seiten der Verteidigungssparte. Deswegen könne man juristisch gesehen nur von 18 Tagen Verspätung sprechen. "Ob man 18 Tage als Verspätung oder noch als ziemlich pünktlich bewertet, liegt im Auge des Betrachters", erklärte ein Sprecher.

© dpa , Wolfgang Kumm Lesen Sie auch: Von der Leyen erhebt schwere Vorwürfe wegen A400M-Verzögerungen

Die neuen Transportflugzeuge lösen die bis zu 46 Jahre alte "Transall" ab, die von der Luftwaffe als "Arbeitspferd im Lufttransport" eingesetzt wird. Insgesamt hat Deutschland 53 A400M bestellt. 40 davon erhält die Bundeswehr, 13 sollen weiterverkauft werden. Der britischen Luftwaffe stellte Enders die für dieses Jahr geplante Auslieferung von sieben der Transportflieger in Aussicht. "Airbus arbeitet hart daran, die Flugzeuge so schnell wie möglich zu liefern."

Von: airliners.de, dpa
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