Airbus liefert bis Juli 227 Flugzeuge mehr aus als Boeing

14.08.2019 - 14:19 0 Kommentare

Beim Vergleich von Bestellungen und Auslieferungen zeigt sich: Unter der 737-Max-Krise brechen die Boeing-Auslieferungen um 38 Prozent ein und Airbus liefert allein im Juli 50 Flugzeuge mehr aus. Die Zahlen im Detail.

Endfertigungslinie für Flugzeuge der A320-Familie von Airbus in Mobile (Alabama).  - © © Airbus -

Endfertigungslinie für Flugzeuge der A320-Familie von Airbus in Mobile (Alabama). © Airbus

Airbus hat von Januar bis Juli insgesamt 458 Flugzeuge ausgeliefert. Der große Konkurrent Boeing kommt nur auf 258 Maschinen im selben Zeitraum, ein Rückgang von 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert von 417 Flugzeugen. Das geht aus den Herstellerstatistiken (Airbus; Boeing) zu Bestellungen und Auslieferungen hervor. Im Juli übergab Airbus insgesamt 69 neue Flugzeuge an Kunden, Boeing nur 19.

Der große Unterschied von 200 Flugzeugen in diesem Jahr ist angesichts des seit März bestehenden Groundings und Auslieferungsstopps der 737 Max keine große Überraschung. Für einen aussagekräftigen Vergleich müssen von den 258 Boeings noch 27 Flugzeuge abgezogen werden, die als militärische Varianten der 737NG und der 767 an verschiedene Streitkräfte übergeben wurden. Damit kommt der US-amerikanische Konzern nur noch auf 231 zivile Auslieferungen.

Auslieferungen ziviler Flugzeuge von Januar bis Juli
Airbus Boeing
Gesamt 458 231
Single Aisle 369 103
Widebody 89 128

Anzahl der ausgelieferten Flugzeuge von Airbus und Boeing im Zeitraum Januar bis Juli 2019Quelle: Herstellerstatistiken Orders & Deliveries

Fast 200 A320 Neo ausgeliefert

Im Gegensatz dazu produziert und liefert Airbus weiterhin in sehr großen Stückzahlen seine Bestseller mit einem Gang aus. Von den 458 Deliveries der Europäer waren allein 369 Schmalrumpfflugzeuge, davon 23 Maschinen der A220-Familie und 346 aus dem A320-Programm. Die Widebodies kamen also nur auf 89 ausgelieferte Maschinen.

In der Airbus-Statistik stechen die A320 Neo mit 197 Auslieferungen, die A321 Neo mit 82 Auslieferungen und die A350-900 mit 49 Auslieferungen hervor. Beim neu erworbenen A220-Programm läuft die kleinere Variante mit 17 an die Kunden übergebenen Exemplaren deutlich besser als die längere 300-Version mit sechs Auslieferungen.

Blendet man die 737 Max aus, von der nur 57 im laufenden Jahr übergeben wurden, so liest sich die Zahl der Auslieferungen von 174 anderen Flugzeugen bei Boeing gar nicht schlecht. Die Amerikaner können bei den Großraumflugzeugen mit 128 über ein Drittel mehr Auslieferungen vorweisen als Airbus.

Hier ist Boeing trotz der beiden relativ neuen Airbus-Modelle A330 Neo und A350 vor allem mit seiner 787 deutlich erfolgreicher. Der "Dreamliner" konnte mit 90 Flugzeugen alleine mehr Auslieferungen verbuchen als alle Airbus-Langstreckenflieger zusammen. Von der 777-300ER wurden zehn Stück an Kunden übergeben, von der 777F 14 Exemplare.

Kunden bestellen zurückhaltend

Neben den Auslieferungen wurden auch die Bestellungen, die im Juli aufgelaufen sind, verkündet. Nach dem Paris-Air-Show-Monat Juni war nicht allzu viel Bewegung zu erwarten, aber auch insgesamt ist 2019 bislang ein schwaches Bestell-Jahr, wohl auch aufgrund der vielen ökonomischen Unsicherheiten.

Bei Airbus sieht die Lage bei den Neu-Bestellungen nicht so rosig aus wie bei den Auslieferungen. So konnten die Europäer im laufenden Jahr zwar 246 Brutto-Orders notieren, allerdings stehen diesem Eingang auch zahlreiche Abbestellungen gegenüber. Netto bleiben deshalb nur 79 zusätzliche Aufträge in den Büchern stehen. Unter anderem wurde 40 A220-300 gecancelt und 33 A320 Neo.

Im Juli konnte Airbus netto 33 Neuaufträge verbuchen. Besonders erfreuliche Nachrichten gab es für die Europäer durch eine Großbestellung über 20 A350-900 von Air China sowie die Order über acht A330-900 durch Virgin Atlantic.

Bei Boeing wirkt sich hingegen die Krise der 737 Max fast schon desaströs aus. Brutto gab es zwar insgesamt 139 Flugzeugbestellungen, netto muss Boeing allerdings ein Minus von 88 Orders ausweisen. Allein von der 737 wurden in diesem Jahr 85 Maschinen abbestellt.

© dpa - Bildfunk, epa Rain Lesen Sie auch: Boeing verliert ersten Großauftrag an Airbus

Ganz im Gegensatz zu den Problemen der kleinen Baureihe läuft die 787 auch im Verkauf weiterhin sehr gut. Ähnlich wie bei den Auslieferungen liegt auch hier der "Dreamliner" innerhalb des Produktportfolios deutlich vorn. Brutto gab es im laufenden Jahr 61 Bestellungen für die 787-Familie.

Insgesamt verbuchte Boeing im Juli 2019 31 neue Bestellungen. Gute Nachrichten kamen aus dem Mittleren und Fernen Osten, denn Korean Air bestellte 20 787 und Qatar Airways orderte fünf Frachterversionen der 777.

Von: hr
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