Airbus-Finanzchef wird wieder ein Deutscher

21.11.2018 - 11:21 0 Kommentare

Airbus gibt den Nachfolger von Finanzvorstand Wilhelm bekannt. Es wird der deutsche Manager Dominik Asam, und auch eine weitere Position wird neu besetzt. Für Unmut sorgt die drohende Dominanz der Franzosen.

Dominik Asam wird neuer CFO bei Airbus. - © ©  Airbus -

Dominik Asam wird neuer CFO bei Airbus. © Airbus

Airbus hat bekanntgegeben, dass Dominik Asam die Nachfolge von Harald Wilhelm als Finanzvorstand bei Europas größtem Luftfahrtkonzern antreten wird. Der 49-jährige Asam ist seit 2011 Finanzchef beim deutschen Chiphersteller Infineon.

Er soll die neue Position nach der Airbus-Hauptversammlung am 10. April kommenden Jahres übernehmen und dann auch in den Verwaltungsrat einziehen. Bis dahin wird Wilhelm die Finanzgeschäfte weiter verantworten.

Schon länger stand fest, dass Wilhelm zusammen mit Konzernchef Tom Enders den Konzern im April verlassen wird. Der Manager hatte einen Großteil seiner Karriere an der Seite von Enders verbracht und ist seit rund 20 Jahren bei Airbus. Seit sechs Jahren leitet er als CFO die Finanzgeschicke des Unternehmens.

Auch Position des COO wird neu besetzt

Gleichzeitig teilte der Konzern mit, dass der deutsche Michael Schöllhorn zum 1. Februar neuer Chief Operating Officer COO bei Airbus wird. Schöllhorn kommt vom Münchner Haushaltsgerätehersteller BSH, bei dem er ebenfalls die Position des COO bekleidet.

Er folgt auf Tom Willams der nach 50 Jahren in der Luftfahrtbranche sowie 19 Jahren bei Airbus seinen Ruhestand antritt. Schöllhorn zieht auch in den Airbus Verwaltungsrat ein.

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Michael Schöllhorn hat Maschinenbau an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg studiert. Ab 1999 war er in wechselnden Positionen bei Bosch tätig und zog 2015 in die Geschäftsführung des in München ansässigen Hausgeräteherstellers BSH (ehemals BSH Bosch und Siemens Hausgeräte) ein.

Deutschland und Frankreich, die Hauptaktionäre bei Airbus, teilen die Führungspositionen traditionell untereinander auf. Von dieser Parität rückt das Unternehmen für kurze Zeit ab. Denn feststeht, dass der Franzose Guillaume Faury im Frühjahr die Position des Vorstandvorsitzender von dem deutschen Tom Enders übernehmen wird. Gleichzeitig bleibt aber auch die Position des Verwaltungsratschef in französischer Hand, denn der Vertrag von Denis Ranque läuft erst 2020 aus.

Bundesregierung drängt auf früheren Wechsel an der Verwaltungsratsspitze

Laut einem Bericht des "Handelsblatt" drängt die Bundesregierung darauf, dass ihr Kandidat - Ex-Telekom-Chef René Obermann - bereits 2019 Verwaltungsratschef wird. Obermann war im Frühjahr in den Airbus-Verwlatungsrat gewählt worden.

Das Blatt berichtete weiter, dass die Deutschen damit sicherstellen wollen, dass bei allen wichtigen Entscheidungen in den Spitzenpositionen die Augenhöhe gewahrt bliebe.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Obermann soll Chefaufseher bei Airbus werden

Airbus lehnte den Vorschlag mit dem Verweis auf die Unabhängigkeit des Verwaltungsrats ab. Ranque werde seine derzeitige Amtszeit, die bis April 2020 reicht, zu Ende führen und anschließend auf eigenen Wunsch ausscheiden, teilte Airbus laut "Handelsblatt" mit.

Man werde bei der Suche nach einem Nachfolger "auf die internationale Mischung in Board und Management achten."

Von: br
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