Airbus verweigert HNA A330-Auslieferung

12.07.2018 - 17:35 0 Kommentare

Sechs fertige A330-Jets sollen bei Airbus stehen, weil der Flugzeugbauer die Maschinen nicht an die chinesische HNA Group ausliefern will. Airbus nimmt wohl lieber in Kauf, jeden Tag zehntausende Euro zu verlieren.

A330-Flugzeuge von Hainan Airlines. - © © AirTeamImages.com - Weimeng

A330-Flugzeuge von Hainan Airlines. © AirTeamImages.com /Weimeng

Der chinesische HNA-Konzern, seit vergangenem Jahr Eigentümerin des Flughafens Hahn, kämpft offenbar weiter mit Finanzproblemen: Laut eines Berichts der Nachrichtenagentur "Reuters" verweigert Airbus die Auslieferung von mehreren A330-Jets, weil HNA Rechnungen nicht bezahlt. Weder Airbus noch HNA wollten sich äußern.

Die sechs herumstehenden A330-Maschinen im Gesamtwert von rund einer Milliarde Dollar waren während der Präsentation der in A220 umbenannten C-Series von Bombardier aufgefallen. Die Jets trugen bereits die Farben der HNA-Airline Hainan. Dass sie bei Airbus nun herumstehen, soll den Konzern jeden Tag 10.000 Dollar pro Maschine kosten.

"Die Sache wird gerade gelöst"

"Nach sechs Monaten der Gespräche hat Airbus die Entscheidung getroffen, die Flugzeuge zurückzuziehen, da sie nicht den Finanzier spielen will", zitiert "Reuters" eine mit der Sache vertraute Person. Ein anderer Beteiligter schwächte laut Bericht ab: "Die Sache wird gerade gelöst."

Doch dem Vernehmen nach erschwert sich die Lösung des Problems auch durch den Tod Wang Jians, der im Konzern für die Airlines verantwortlich war. Er starb Anfang Juni bei einer Dienstreise in Südfrankreich. Laut Polizeibericht stürzte er von einer Mauer, als er für ein Foto posierte.

Tod soll "Turbulenzen" ausgelöst haben

Wang Jian galt als Architekt der milliardenschweren HNA-Einkaufstour, die den Konzern letztlich in finanzielle Schieflage brachte. Sein plötzlicher Tod soll "Turbulenzen" verursacht haben, die es HNA erschwerten, Kredite abzubezahlen, zitiert der Finanzdienst "Bloomberg" einen Insider.

Dabei muss der Konzern dringend seine Finanzen ordnen: Laut mehrerer Quellen bezahlt HNA seit einigen Monaten Flugzeugleasing-Geber nicht. Dies betrifft neben Hainan wohl auch die Konzern-Airlines Tianjin und Beijing Capital.

© Faungg's Photos, Lesen Sie auch: Das undurchsichtige Finanzgeflecht des Hahn-Betreibers HNA Hintergrund

Um Geld in die Kassen zu spülen, erwog HNA vor Kurzem noch Börsengänge der erworbenen früheren Swissair-Firmen Gategroup, Swissport und SR Technics. Laut der Schweizer Nachrichtenagentur "AWP" sucht HNA nun direkte Käufer für die Unternehmen. Auch soll die Ausgabe neuer Anleihen nun von staatlichen Stellen unterstützt werden.

Von: cs
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