Neustrukturierung der Werke Airbus: Große Nachfrage in Deutschland

11.09.2012 - 14:44 0 Kommentare

Trotz trüberer Konjunkturaussichten: Die Luftfahrt boomt in Deutschland. Airbus ist optimistisch bei seinen weiteren Prognosen. Seine Werke will der Flugzeugbauer neu strukturieren.

Fachkräfte arbeiten im Airbuswerk Finkenwerder in Hamburg an Flugzeugen der A320-Familie.  - © © dpa - Maurizio Gambarini

Fachkräfte arbeiten im Airbuswerk Finkenwerder in Hamburg an Flugzeugen der A320-Familie. © dpa /Maurizio Gambarini

Die Zahl der Passagier- und Frachtflugzeuge bei deutschen Airlines wird sich nach Airbus-Schätzungen in den kommenden 20 Jahren verdoppeln. Der europäische Flugzeugbauer erwartet insgesamt einen Bedarf von 1020 Neuflugzeugen. "Weltweit wird Deutschland zu den fünf wichtigsten Abnehmerländern gehören", sagte Airbus-Manager Chris Emerson zum Auftakt der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung am Dienstag in Berlin.

Deutsche Fluggesellschaften würden in den kommenden Jahrzehnten mehr Flugzeuge als die Airlines aus jedem anderen europäischen Land benötigen, erklärte Emerson. Anfang des Jahres waren gut 670 Flugzeuge bei den deutschen Airlines im Einsatz, 2031 dürfte es dann insgesamt über 1300 sein. "Der Wert der neuen Flugzeuge beläuft sich zu aktuellen Listenpreisen auf etwa 148 Milliarden US-Dollar", hieß es von Airbus. Für ganz Europa schätzte Emerson den Bedarf auf 5840 Fracht- und Passagier-Jets bis zum Jahr 2031 ein.

Airbus-Chef Fabrice Brégier kündigte zum 1. Januar eine Neuaufstellung der Werke an den europäischen Standorten an, um die Schlagkraft zu erhöhen. "Airbus ist zu groß, zu schwerfällig geworden", begründete Brégier die geplante neue Struktur. Der seit Juni an der Airbus-Spitze stehende Franzose will durch ein schlankeres Management erreichen, dass Airbus auf die Marktherausforderungen schneller reagieren kann als bisher.

Die Neuaufstellung betrifft auch das mit 15.000 Beschäftigten größte deutsche Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder, in dem demnächst die ersten Exemplare des neuen Bestsellers A320neo entstehen werden. "Hamburg hat sich in den vergangenen Jahren sehr verbessert", erklärte Brégier.

Es gehe nicht um Stellenabbau, sondern um eine Änderung der internen Arbeitsabläufe und Befugnisse, betonte der Airbus-Chef. Den Werksleitern etwa solle eine größere Verantwortung übertragen werden. Darüber soll kommende Woche mit Betriebsräten und Gewerkschaften gesprochen werden. Die Fertigung bei Airbus laufe auf Hochtouren, die Auftragsbücher seien gut gefüllt. Eine weitere Aufstockung der Produktion bei Airbus auf mehr als 42 Maschinen pro Monat sieht Brégier vorerst aber nicht.

Nach seinen Worten sind die Probleme der feinen Haarrisse in den Tragflächen beim Flaggschiff A380 überwunden. Airbus repariert derzeit die Schäden. Unter Berufung auf die Berechnungen der Muttergesellschaft EADS bezifferte Brégier die Schadenskosten mit rund 300 Millionen Euro.

Von dem doppelstöckigen Flieger will Airbus pro Jahr 30 Maschinen absetzen. "Diese Anzahl brauchen wir, um die Produktion aufrecht zu erhalten", sagte der Airbus-Chef unter Anspielung auf die Probleme mit den Haarrissen. Für dieses Jahr sei das Ziel aber nur schwer erreichbar. Bislang fliegen 82 Maschinen des Typs A380 - bestellt wurden insgesamt bisher 257 Exemplare des weltgrößten Passagierjets. Brégier zeigte sich aber optimistisch, dass vor allem durch wachsende Nachfrage aus China mittel- bis langfristig der Bedarf anziehen werde.

Von: dpa-AFX
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