Airbus droht Großbritannien mit Werksschließungen

24.01.2019 - 11:51 0 Kommentare

Im Fall eines ungeregelten Brexit könnte Airbus langfristig Werke in Großbritannien schließen. Denn laut des scheidenden Konzernchefs Tom Enders fürchtet der Flugzeugbauer um Lieferketten.

Tom Enders. - © © dpa - Dan Anderson/EPA

Tom Enders. © dpa /Dan Anderson/EPA

Airbus hat Großbritannien im Falle eines ungeregelten Austritts aus der Europäischen Union mit der Schließung von Fabriken gedroht. "Wenn es einen Brexit ohne Abkommen gibt, müssen wir bei Airbus möglicherweise sehr schädliche Entscheidungen für Großbritannien treffen", sagte Airbus-Chef Tom Enders in einer Videonachricht.

Es ist nicht möglich, die großen britischen Fabriken sofort in andere Teile der Welt zu verlegen. Die Luft- und Raumfahrt ist ein langfristiges Geschäft.

Tom Enders, CEO von Airbus

Airbus betreibt zwei Standorte in Großbritannien. In Filton sind rund 4500 Mitarbeitern beschäftigt und in Broughton arbeiten rund 5000 Beschäftige an der Fertigung und der Entwicklung von Tragflächen.

"Bitte hört nicht auf den Wahnsinn der Brexiter, die behaupten, dass wir, weil wir hier riesige Fabriken haben, uns nicht bewegen werden und immer hier sein werden."Es gebe auf der Welt Länder, die gern Tragflächen für Airbus bauen würden, betonte Enders. "Die britische Luft- und Raumfahrtindustrie steht nun am Abgrund. Der Brexit droht, ein Jahrhundert der Entwicklung auf der Grundlage von Bildung, Forschung und Humankapital zu zerstören."

Airbus fürchtet um Lieferketten

Airbus fertigt in Großbritannien die Tragflächen für fast alle seine Passagier- und Frachtflugzeuge. Nur der neue Airbus A220, den der Hersteller vom kanadischen Bombardier-Konzern übernommen hat, ist davon unabhängig. Bei einem ungeregelten Brexit muss Airbus um seine Lieferketten fürchten.

Es sei eine Schande, dass mehr als zwei Jahre nach dem Ergebnis des Referendums die Unternehmen immer noch nicht in der Lage seien, für die Zukunft richtig zu planen, so Enders. "In einer globalen Wirtschaft hat das Vereinigte Königreich nicht mehr die Fähigkeit, es allein zu schaffen. Große Luft- und Raumfahrtprojekte sind multinationale Angelegenheiten."

Von: dpa-AFX, br
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