Trump bringt Airbus-Großauftrag von Iran Air in Gefahr

09.05.2018 - 13:30 0 Kommentare

Die neuen Sanktionen der USA gegen den Iran betreffen auch Airbus: Der europäische Konzern will fast 100 Flugzeuge in die islamische Republik liefern - und ist dabei auf US-Zulieferer angewiesen.

Der erste Airbus-Jet wurde im Januar 2017 an Iran Air ausgeliefert. - © © Airbus -

Der erste Airbus-Jet wurde im Januar 2017 an Iran Air ausgeliefert. © Airbus

Von den angekündigten neuen Sanktionen der USA gegen den Iran könnten auch die europäischen Flugzeugbauer massiv betroffen sein. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters stehen in den Orderbüchern insgesamt 200 Bestellungen der staatlichen Gesellschaft Iran Air zu einem Listenpreis von über 38 Milliarden US-Dollar.

Demnach hat Iran Air bei Airbus die meisten Flugzeuge bestellt: Der Auftrag von 2016 umfasst insgesamt 100 Maschinen, davon 46 Maschinen der A320-Familie, 38 Maschinen A330 und 16 A350 XWB.

© dpa, Lukas Schulze Lesen Sie auch: Iran und Airbus zurren Großauftrag fest

Bei Boeing wurden 50 Flugzeuge vom 737 MAX und 30 Boeing-777-Maschinen geordert. 20 Turboprops hat die iranische Airline zudem beim französisch-italienischen Hersteller ATR bestellt - davon wurden laut Reuters bereits acht ausgeliefert.

Erst drei von 100 Airbus-Jets ausgeliefert

Nach eigenen Angaben hat Airbus bislang drei der Flugzeuge an Iran Air geliefert, zwei davon über Leasingfirmen. Airbus ist als europäisches Unternehmen zwar vorerst nicht direkt von den Handelsbeschränkungen der US-Regierung betroffen. Doch da der Konzern auf Zulieferer aus den USA angewiesen ist, könnte es zu erheblichen Problemen bei der Produktion der Iran-Air-Jets kommen.

Laut Reuters-Informationen wäre Airbus besonders vom Ausfall der Bestellungen für Langstrecken-Jets betroffen. Demnach ist Iran Air nach Air Asia der zweitgrößte Abnehmer für den A330neo. Bei den Mittelstrecken-Jets hat der Flugzeugbauer ohnehin Probleme, den Zeitplan für seine zahlreichen Bestellungen einzuhalten.

Sanktionen treten im August in Kraft

Airbus äußerte sich zunächst zurückhaltend zu den Auswirkungen der angekündigten US-Sanktionen. "Wir untersuchen die Ankündigung sorgfältig und werden die nächsten Schritte prüfen - in Übereinstimmung mit unseren internen Grundsätzen und in vollständiger Einhaltung von Sanktionen und Regeln der Ausfuhrkontrolle", erklärte ein Sprecher. Dies könne einige Zeit in Anspruch nehmen.

US-Finanzminister Steve Mnuchin kündigte am Montag an, die Erlaubnis für Boeing, Jets an den Iran zu liefern, werde widerrufen. Mit der Wiedereinführung der Sanktionen, die zum 6. August in Kraft treten soll, ist aber nicht nur die Ausfuhr von Passagierflugzeugen, sondern auch von "darauf bezogenen Teilen und Dienstleistungen" untersagt.

Die EU will die Sanktionen gegen den Iran dagegen ausgesetzt lassen. Sie dürfte versuchen, die wirtschaftlichen Folgen der US-Sanktionen für den Iran zu begrenzen.

Von: pra mit Material von dpa
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