Airbus möchte wohl Forschung in China etablieren

04.04.2017 - 17:15 0 Kommentare

Nach einem A320-Montagewerk plant Airbus offenbar auch einen Teil seiner Forschung in China zu etablieren. In Europa könnten die Pläne nicht nur auf Gegenliebe stoßen.

Airbus-Montage im chinesischen Werk Tianjin - © © dpa - Oliver Weiken

Airbus-Montage im chinesischen Werk Tianjin © dpa /Oliver Weiken

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus will Zukunftstechnologien möglicherweise auch in China entwickeln. "Man kann China nicht ignorieren. Es ist klar, dass wir für Innovation eine Präsenz in China haben müssen", zitiert die "Financial Times" Airbus-Technikchef Paul Eremenko. "Wir müssen Innovation auf eine andere Weise angehen als bisher, weil sich das Umfeld verändert."

Der 37-Jährige, den Airbus vor zwei Jahren von Google abgeworben hatte, will den Takt in Forschung und Entwicklung erhöhen und deutlich schneller zu Ergebnissen kommen. Bisher braucht ein Flugzeugtyp rund sieben Jahre vom Entwurf bis zum ersten Flug.

Neue Spannungen mit Hamburger Belegschaft drohen

Eine Entscheidung für ein Forschungsvorhaben in China, wo Airbus bereits eine Endmontagelinie für die A320-Mittelstreckenjets betreibt, ist dem Bericht zufolge noch nicht gefallen. Ein solcher Schritt könnte die Spannungen mit der europäischen Belegschaft verstärken, die sich Stellenstreichungen gegenüber sieht. Airbus betreibt unter anderem in Hamburg eine Forschungseinrichtung

Forschungsausgaben

In absoluten Zahlen betrachtet sind die Forschungsausgaben von Airbus in den vergangenen Jahren konstant gewachsen - von 3,14 Milliarden Euro 2012 auf 3,46 Milliarden Euro 2015. Vergleicht man die Ausgaben mit den Umsatzzahlen des Unternehmens, zeigt sich, dass das Niveau der F&E-Ausgaben konstant zwischen sechs und sieben Prozent.

In China hat Airbus der "Financial Times" zufolge mehrere Alternativen: So könnte der Konzern dort ein weiteres Innovations-Labor einrichten, wie Eremenko es bereits im Silicon Valley getan hat. Alternativ könnte das Unternehmen in ein Forschungs- und Technologiezentrum investieren oder Partnerschaften mit jungen Start-ups schließen.

© dpa, Daniel Reinhardt Lesen Sie mehr zum Thema Forschung: Hamburg wird immer mehr zum "Silicon Valley" der Luftfahrtforschung

Bislang konzentriert sich die Arbeit von Airbus in China vor allem auf das Werk in Tianjin, das den A320-Werken in Toulouse und Hamburg Konkurrenz macht. Darüberhinaus wird seit einigen Wochen auch der A330 in Tianjin gefertigt und ausgeliefert. Damit will Airbus das hohe Wachstumstempo chinesischer Flughäfen mit größeren Flugzeugen bedienen können. Für Airbus in China arbeiten nach Unternehmensangaben 1500 Menschen.

Von: cs, dpa
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