Erstes Werk außerhalb Europas

Airbus eröffnet Montagewerk in Tianjin

28.09.2008 - 18:27 0 Kommentare

Airbus hat am Sonntag im chinesischen Tianjin sein erstes Werk außerhalb Europas eingeweiht. An der Zeremonie am neuen Produktionsstandort in dem nordchinesischen Wirtschaftszentrum nahmen auch Konzernchef Thomas Enders und der chinesische Regierungschef Wen Jiabao teil. In Tianjin sollen die Arbeiter Bauteile für A320-Maschinen aus den europäischen Werken montieren.

Ein Airbus A320 in der Endmontagehalle in Tianjin. - © © Airbus -

Ein Airbus A320 in der Endmontagehalle in Tianjin. © Airbus

Der Flugzeugbauer Airbus hat am Sonntag in China das erste Montagewerk außerhalb Europas eröffnet. Die Fertigung in der Hafenstadt Tianjin gut eine Stunde von Peking sei für Airbus ein «Meilenstein» in der geplanten Globalisierung der industriellen Fertigung des Konzerns.

Das Werk in Tianjin hat Airbus mit einem Konsortium aus örtlichen Behörden und den chinesischen Flugzeugproduzenten AVIX I und AVIC II gebaut. In Tianjin werden nur Flugzeugteile montiert, die in Europa hergestellt wurden, was nach Expertenangaben lediglich fünf Prozent der Wertschöpfung darstellt.

In der Produktionsstätte sollen ab 2011 vier Maschinen im Monat vom Band rollen, hauptsächlich für den chinesischen Markt.

Die Eröffnung der ersten Fertigungshalle außerhalb Europas zeige "die Bedeutung, die wir einem Ausbau unserer Partnerschaft mit China beimessen", sagte Enders. Airbus hofft, über eine örtliche Niederlassung seine Position auf dem chinesischen Markt verbessern zu können. Die Eröffnung sei «ein historisches Ereignis für Airbus und die Luftfahrtindustrie», sagte Enders. Das Werk, das der modernen Airbus- Montagelinie in Hamburg-Finkenwerder gleicht, unterstreiche «die Bedeutung, die wir der Entwicklung unserer Partnerschaft mit China beimessen». Seit Mitte der 90er Jahre hat die EADS-Tochter ihren Marktanteil von sieben auf 39 Prozent steigern könne, liegt aber immer noch hinter dem US-Rivalen Boeing.

China ist zweiwichtigster Absatzmarkt weltweit

Airbus-Verkaufschef John Leahy rechnet mit "umfangreichen Bestellungen" aus China noch bis Anfang 2009. Der Flugzeugbauer habe bereits entsprechende Übereinkünfte mit chinesischen Unternehmen für insgesamt 280 Maschinen unterzeichnet. Airbus schätzt, dass chinesische Fluglinien in den kommenden 20 Jahren rund 2800 Flugzeuge nachfragen werden - ein Gesamtvolumen von 329 Milliarden Dollar.

China ist heute schon nach den USA der zweitwichtigste Luftfahrtmarkt der Welt. Chinesische Gesellschaften haben 351 Airbus- Maschinen im Einsatz und mehr als 400 weitere bestellt. Mit dem verstärkten industriellen Engagement in China will Airbus in wenigen Jahren mit seinem US-Konkurrenten Boeing gleichziehen. Der bisherige Marktführer in China sieht bisher von einer Fertigung in China ab.

Das Investitionsvolumen für das Montagewerk in Tianjin wurde auf acht bis zehn Milliarden Yuan (800 Millionen bis eine Milliarde Euro) beziffert. Neben Tianjin war auch in Mobile im US-Bundesstaat Alabama eine solche Montage geplant. Das Vorhaben in den USA liegt wegen des vorläufigen Scheiterns des milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrags der US- Luftwaffe aber vorerst auf Eis, auch wenn Airbus vor der Eröffnung des Werkes in Tianjin noch einmal auf die Pläne in den USA hinwies.

Von: AFP, dpa
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