Airbus plant wohl weiter mit hartem Brexit

19.11.2018 - 16:04 0 Kommentare

Der Industriekonzern Airbus geht laut "Reuters" weiter von einem unkontrollierten Brexit aus. Zwar sehe man den Fortschritt der vergangenen Woche, doch gerade die innenpolitische Situation verunsichere, heißt es.

Vortrag über den Brexit und die Luftfahrt beim DCU Brexit Institute in Dublin. - © © PA Wire/dpa - Niall Carson

Vortrag über den Brexit und die Luftfahrt beim DCU Brexit Institute in Dublin. © PA Wire/dpa /Niall Carson

Trotz der in der vergangenen Woche vorgelegten Grundsatzvereinbarung zur weiteren Beziehung zwischen EU und Großbritannien geht Industriekonzern Airbus weiter von einem harten Brexit aus. Die Nachrichtenagentur "Reuters" berichtet von einem internen Memo, in dem ein unkontrollierter EU-Abschied der Briten als "Baseline-Szenario" genannt wird.

Intern soll sauer aufstoßen, dass Großbritanniens Premierministerin Theresa May den Entwurf im eigenen Land nicht durchsetzen konnte, ohne politischen Schaden zu nehmen. Eine mögliche Revolte ihrer Parteimitglieder ließe bei Airbus die Notfallpläne aktivieren, heißt es.

Der Vertragsentwurf ist sicherlich ermutigend, aber wir müssen bedenken, dass er der Zustimmung des Parlaments unterliegt.

Leiter der Airbus-internen Brexit-Arbeitsgruppe in einem Brief an die Mitarbeiter

Ein Konzernsprecher wollte die Existenz des Briefs nicht kommentieren, sagte aber zu "Reuters": "Die Situation bleibt unklar, daher müssen wir weiterhin Maßnahmen zur Abschwächung planen und einführen."

Gleichzeitig verwies er darauf, dass ein "No Deal"-Brexit den Konzern Milliarden kosten und ihn zwingen würde, sein Engagement in dem Land zu überdenken. Airbus beschäftigt in Großbritannien 14.000 Mitarbeiter, die vor allem die Flügel für die Jets herstellen.

Regierungschefin droht Misstrauensvotum

May hatte vergangene Woche einen Entwurf für ein Scheidungsabkommen mit der EU präsentiert. Im Parlament hagelte es am Mittwoch so stark Kritik, dass die Regierungschefin ihren Vorschlag am Donnerstag im Unterhaus vorstellen musste: Zwei Minister traten im Anschluss zurück.

Am Sonntag (25. November) will sich die EU auf einem Sondergipfel mit dem Entwurf befassen. Mitte Dezember muss das Unterhaus über das Papier abstimmen. Eine Zustimmung gilt in politischen Kreisen aber nicht als sicher, denn die Tories haben nur eine sehr knappe Mehrheit.

Gleichzeitig droht May noch anderes Ungemach: Bereits am Dienstag (20. November) läuft die Frist für ein Misstrauensvotum gegen sie aus. Vergangene Woche hatten 25 Abgeordnete öffentlich bekundet, ein solches anzustreben. Es sollen Hardliner sein, denen Mays Vorschlag nicht weit genug geht. Bis Dienstag müssen 48 Anträge gegen May eingereicht werden, um das Verfahren formal zu eröffnen. Laut der "Sun" sind es bislang 42.

Von: cs
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