Airbus lässt Boeing bei Aufträgen 2015 hinter sich

12.01.2016 - 13:22 0 Kommentare

Mit Rekordzahlen ist der Flugzeugbauer Airbus ins neue Jahr gestartet. Airbus-Chef Brégier sieht in den Zahlen einen "eindeutigen Beweis" für die nach Maschinen seines Unternehmens - auch wenn Konkurrent Boeing 2015 bei den Auslieferungen klar die Nase vorn hatte.

Fabrice Bregier, Präsident und CEO von Airbus - © © dpa  - Guillaume Horcajuelo

Fabrice Bregier, Präsident und CEO von Airbus © dpa /Guillaume Horcajuelo

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat seinen US-Rivalen Boeing beim Rennen um Neuaufträge im vergangenen Jahr deutlich abgehängt. Airbus-Chef Fabrice Brégier konnte sich über Aufträge für 1036 neue Flugzeuge freuen - 268 mehr als die Amerikaner. "Wir haben die meisten unserer Ziele erreicht", sagte er am Dienstag in Paris. Boeing produzierte allerdings weiter deutlich mehr Flugzeuge.

Airbus lieferte 635 Flieger aus, so viele wie nie zuvor in der Firmengeschichte. Dazu zählten 491 Flugzeuge der A320-Familie, 103 A330, 27 A380 und 14 A350.

Beim US-Konkurrenten, der seine Zahlen vergangene Woche vorgelegt hatte, waren es allerdings 762 Jets. Doch die Europäer haben sich ehrgeizige Ziele zur Steigerung der Produktion gesetzt, um das dicke Auftragspolster für ihre Kassenschlager der Mittelstrecken-Familie A320 abzuarbeiten. In diesem Jahr sollten insgesamt mehr als 650 Flugzeuge aus den Werkhallen rollen, kündigte Brégier an.

Airbus kann dabei von einem komfortablen Auftragsbestand ausgehen. Zum Jahresende hatten die Europäer 6787 bestellte Flugzeuge in den Büchern, 401 mehr als ein Jahr zuvor und ein Branchenrekord.

Diese Grafik veranschaulicht die Flugzeugauslieferungen und -bestellungen von Airbus. Foto: © Airbus,

Ein Problem bleibt das seit längerem kaum gefragte Flaggschiff A380. Wegen magerer Neubestellungen fährt Airbus die Produktion des doppelstöckigen Großraumfliegers schrittweise herunter, von zwischenzeitlich 30 Stück in Richtung 20 Stück pro Jahr. Zum Ende des Jahres 2015 konnte Airbus eine Order für drei Flugzeuge verbuchen, musste aber zugleich die Stornierung für eine Maschine hinnehmen.

Noch im Sommer hatte sich Verkaufschef John Leahy 25 A380-Bestellungen für das Gesamtjahr 2015 zum Ziel gesetzt. Eine neue Prognose wollte er jetzt nicht abgeben.

Bei zwei weiteren Modellen blieb Airbus knapp hinter seinem Zeitplan zurück. Vom neuen Großraumjet A350 konnte der Hersteller wegen Lieferproblemen des Sitzherstellers nur 14 statt 15 Maschinen ausliefern. Und die Erstauslieferung des modernisierten Mittelstreckenjets A320neo wurde einen Tag vor Silvester überraschend ins neue Jahr verschoben. "Die erste A320neo wird im Januar ausgeliefert, also in den kommenden zwei Wochen", konkretisierte Brégier nun. Das erste Modell mit spritsparenden neuen Triebwerken soll an die Lufthansa gehen.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Airbus bleibt bei Auslieferungen weiter hinter US-Konkurrenten zurück

Vom Mittelstreckenjet A320 und seiner Neuauflage A320neo will Airbus ab Anfang 2017 pro Monat rund 50 Stück und ab Mitte 2019 etwa 60 Stück fertigstellen. Verkaufschef Leahy betonte, damit nicht zu üppig zu planen. "Wir bauen die Produktion aus, um mit dem Auftragsbestand mitzuhalten." Auf Basis der Preisliste von 2015 entsprach der Auftragsbestand einem Gesamtwert von 996,3 Milliarden US-Dollar (rund 915 Milliarden Euro).

Von: gk, dpa
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