Airbus prognostiziert boomenden Bedarf an Verkehrsflugzeugen

09.06.2017 - 14:45 0 Kommentare

Innerhalb der kommenden 20 Jahre wird sich die weltweite Verkehrsflugzeug-Flotte verdoppeln. Davon geht Airbus in seinem neuen Market Forcast aus. Ab Anfang der 2030er-Jahre sollen auch die ersten Elektroflugzeuge abheben.

Flugzeuge am Flughafen. - © © AirTeamImages.com - Matthieu Douhaire

Flugzeuge am Flughafen. © AirTeamImages.com /Matthieu Douhaire

Für die kommenden 20 Jahren rechnet Airbus mit einem weiter steigenden Bedarf an Verkehrsjets. In den Jahren 2017 bis 2036 würden weltweit voraussichtlich 34.900 neue Passagier- und Frachtflugzeuge benötigt, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Präsentation von Airbus-Verkaufschef John Leahy. Das sind rund 1800 Maschinen mehr als noch vor einem Jahr prognostiziert.

Laut der neuesten "Global Market Forecast"-Studie des europäischen Luftfahrtkonzerns soll sich die weltweite Flotte von derzeit rund 20.500 Verkehrsflugzeugen innerhalb der nächsten 20 Jahre auf über 42.500 Einheiten mehr als verdoppeln.

So setzt sich der Bedarf an neuen Flugzeugen in den kommenden 20 Jahren laut Airbus-Prognose zusammen. © Airbus

Der größte Zuwachs kommt dabei von den Mittelstreckenjets wie dem Airbus A320neo und der Boeing 737 MAX sowie mittelgroßen Langstreckenjets mit zwei Triebwerken wie etwa dem Airbus A350 und Boeings 787 "Dreamliner". Bei den größten Typen mit mehr als 400 Sitzen wie dem Airbus A380 und der Boeing 747-8, aber auch der modernisierten Boeing 777X, zollt Leahy der schwachen Nachfrage aus den vergangenen Jahren etwas Tribut. Die Zahl von 1400 Maschinen dieser Größe, die ihm zufolge bis 2036 benötigt werden, liegt um 70 Exemplare niedriger als in seiner letzten Prognose.

Airbus will teilelektrische Regionalflugzeuge bauen

Airbus-Chef Tom Enders sieht derweil Anfang der 2030er-Jahre die Zeit von teilelektrischen Flugzeugen im Passagiergeschäft gekommen. "Unser Ziel ist, in 15 Jahren 100-Sitzer zu haben, die elektrisch-hybrid fliegen", sagte der Manager am Donnerstagabend vor Journalisten in Toulouse.

Gemeinsam mit Siemens entwickelt Airbus dazu bereits Antriebs-Prototypen für Hybrid-Flugzeuge. Bisher ist Airbus im Passagiergeschäft bei Jets mit deutlich mehr als 100 Sitzen präsent. Die kleineren Typen für Regionalstrecken bauen vor allem der brasilianische Hersteller Embraer und der kanadische Bombardier-Konzern.

© Nasa, Lesen Sie auch: Luftfahrt setzt auf die Entwicklung elektrischer Flugzeuge

Dabei glaubt Enders, dass technische Neuerungen in Zukunft vor allem aus der Verkehrsfliegerei kommen und von dort aus in Militärflugzeugen Einzug halten. "Das war früher umgekehrt." Der Manager sieht Airbus als Hersteller von Verkehrsjets sowie Militärflugzeugen daher für die Zukunft besser aufgestellt als reine Rüstungskonzerne oder Flugzeughersteller.

Von: dh mit dpa
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