Airbus-Aufsichtsratschef hält Wechsel in der Führungsetage für notwendig

14.12.2017 - 12:40 0 Kommentare

Tom Enders wird laut eines Medienberichts 2019 als Chef von Airbus abtreten, dessen Aufsichtsratschef Ranque bestätigt: Der Konzern bereitet sich nun auch offiziell auf Veränderungen im Topmanagement vor

Denis Ranque: Veränderungen seien notwendig. Foto: © dpa, Stefan Puchner

Airbus bereitet sich nun auch offiziell auf Veränderungen im Topmanagement vor. "Es werden einige Änderungen notwendig sein, aber es ist noch viel zu früh zu sagen, wann, wie, und wen es betrifft", sagte Aufsichtsratschef Denis Ranque im Interview mit der "Financial Times". Es gebe keinen strengen Zeitplan. Man achte auf Stabilität und Kontinuität. https://www.ft.com/content/cf2b251a-e02e-11e7-a8a4-0a1e63a52f9c

Bei einer Sitzung des Gremiums an diesem Donnerstag soll es Insidern zufolge um Nachfolgeplanungen für Konzernchef Tom Enders und seinen Stellvertreter Fabrice Brégier gehen, dem Chef des Verkehrsflugzeug-Geschäfts. Ranque wollte sich zu der Agenda der Sitzung in der "FT" nicht äußern.

Brégier verweist auf Kontrollgremium

Laut eines Berichts der französischen Zeitung "Le Figaro" könnten am Ende sowohl Enders als auch Brégier das Unternehmen verlassen. Airbus hatte am Dienstagabend von "reinen Spekulationen" gesprochen. Bei Enders soll es dem Bericht zufolge darum gehen, dass er seinen laufenden Vertrag, der im März 2019 endet, nicht verlängert.

Brégier sagte unterdessen in einem Interview, dass es "natürlich" Sache des Aufsichtsrats sei, über die Nachfolgeregelung des Unternehmens zu entscheiden. Er sei glücklich mit seiner jetzigen Aufgabe. Falls ihm aber der Führungsjob angeboten werde - "warum sollte ich dann ablehnen?", sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dies sei aber derzeit nicht die Frage. Da Enders Vertrag erst 2019 auslaufe, habe man genug Zeit.

Airbus ist ein Politikum

Derzeit halten Korruptionsermittlungen in Großbritannien und Frankreich Airbus in Atem. Erschwerend hinzu kommen immer wieder technische Probleme, zuletzt bei Triebwerken von Mittelstreckenjets. Schon vor einigen Wochen war in Medienberichten über eine Ablösung von Enders spekuliert worden. Die Bundesregierung hatte daraufhin Anfang November mitgeteilt, sie sehe keinen Anlass, über die Zukunft des Airbus-Chefs nachzudenken.

&Copy; AirTeam Images, Paul Fearn Lesen Sie auch: Airbus winkt Großauftrag aus den USA

Airbus ist ein Politikum. Deutschland und Frankreich halten jeweils 11,1 Prozent der Anteile an dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern, Spanien weitere 4,2 Prozent. Der Deutsche Enders steht seit 2012 an der Spitze des Konzerns, der damals noch EADS hieß. Der Franzose Brégier ist als Chef des wichtigen Verkehrsflugzeug-Geschäfts die Nummer zwei.

Von: cs, dpa-AFX
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