Metallspäne im Ölkreislauf

Airbus A400M verzögert sich weiter

03.09.2012 - 10:53 0 Kommentare

Die Auslieferung des Airbus-Militärtransportflugzeugs A400M verzögert sich wegen Triebwerksproblemen weiter. Erstkunde Frankreich soll nun im zweiten Quartal 2013 beliefert werden.

Airbus A400M im Endanflug - © © dpa -

Airbus A400M im Endanflug © dpa

Der Flugzeugbauer Airbus Military verschiebt die Erstauslieferung seines Militärtransporters A400M wegen Problemen am Turboprop-Antrieb nach mehrjähriger Verspätung erneut. Erstkunde Frankreich werde sein Exemplar voraussichtlich statt im ersten Quartal erst im zweiten Quartal 2013 erhalten, teilte die EADS-Tochter am Freitag in Madrid mit. Grund dafür seien die Metallspäne, die im Juli kurz vor der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough im Ölsystem einer der Antriebseinheiten aufgetaucht waren. Dennoch will Airbus Military im nächsten Jahr wie geplant vier der Maschinen ausliefern und hält auch für die Folgejahre am bisherigen Zeitplan fest.

Wegen der Metallspäne waren die A400M bereits in Farnborough nur am Ausstellungsstand zu sehen. Die Unsicherheit bei dem Triebwerk sei unvereinbar mit den schwierigen Flugmanövern, die die Maschinen bei den Vorführungen an solchen Messen üblicherweise in der Luft vollführen, hieß es damals vom Unternehmen. Auch ein Jahr zuvor bei der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris war das Flugzeug nur am ersten Tag abgehoben. Auch damals hatte das Getriebe für Schwierigkeiten gesorgt.

Auf der Berliner Luft- und Raumfahrtmesse ILA wird die A400M ebenfalls anwesend seien. Die Maschine soll auch bei Flugvorführungen zu bewundern sein, wie airliners.de erfahren hat.

Spätere Zertfizierung

Die erneute Verschiebung der ersten Auslieferung begründete Airbus Military nun mit der verspäteten Zertifizierung des Antriebs, nachdem das Triebwerkskonsortium EPI erst eine neue Getriebeabdeckung, denn von dort stammten die gefundenen Metallspäne, entwickeln musste. Zu EPI gehören die Triebwerksbauer MTU aus Deutschland, Rolls-Royce aus Großbritannien, die spanische ITP und Snecma, eine Tochter des französischen Safran-Konzerns.

Der Militärtransporter, den neben Frankreich unter anderem Deutschland, Spanien und Großbritannien bestellt haben, hat wegen technischer Schwierigkeiten bereits mehr als drei Jahre Verspätung. Wegen der aufgelaufenen Mehrkosten in Milliardenhöhe stand das Projekt zwischenzeitlich sogar auf der Kippe. Inzwischen liegen die Kosten für das Programm bei 25 Milliarden Euro, ein Viertel mehr als einst veranschlagt.

Die A400M ist als Mehrzweck-Militärtransporter konzipiert. Das 45 Meter lange Flugzeug soll 37 Tonnen Nutzlast bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen, Hubschraubern oder schwerem Räumgerät über 8700 Kilometer transportieren können. Gleichzeitig soll es in der Lage sein, sowohl schnell fliegende Kampfjets als auch langsame Hubschrauber in der Luft zu betanken.

Von: dpa, AFP, airliners.de
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