Airbus kürzt wohl erneut A380-Produktion

12.12.2017 - 15:15 0 Kommentare

Nur noch sechs A380-Jets will Airbus laut eines Medienberichts demnächst produzieren. Damit will man Kunden eine langfristige Perspektive bieten. Offenbar gibt es auch Gespräche über einen neuen Auftrag.

A380 von Airbus: Produktionslinie bis 2028 gesichert?Foto: © Airbus

Airbus erwägt offenbar, die Produktion der A380 auf sechs pro Jahr zu verringern. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Konzerninsider. Offiziell wollte sich der Konzern nicht dazu äußern. Bereits im Sommer hatte Airbus angekündigt, die Produktion 2018 auf zwölf und 2019 auf neun herunterzufahren.

Offene A380-Bestellungen
Air France Amedeo British Airways Emirates Etihad Korean Air Lufthansa Qantas Qatar Airways Singapore Airlines Weitere Airlines
Bestellte Flugzeuge 10 20 12 142 10 10 14 20 10 24 85

Die Grafik zeigt die Verteilung der bei Airbus bestellten und noch nicht ausgelieferten A380-Flugzeuge. Weitere Airlines sind alle, die weniger als zehn Stück bestellt haben. Quelle: Airbus, Stand: 12. Dezember 2017

Auslöser der neuen Pläne ist offenbar, dass es keinen Neuauftrag auf der Dubai Air Show von Großkundin Emirates gegeben hat. Der Golf-Carrier soll nun allerdings Planungssicherheit bekommen, indem das Überleben der A380-Produktionslinie durch die Drosselung bis 2028 gesichert wird. Nun gebe es offenbar Gespräche über einen neuen Deal.

Airlines setzen auf mittelgroße Langstreckenjets

Die A380 ist schon seit Längerem Sorgenkind von Airbus. Der Konzern ringt bereits seit Jahren weitgehend ohne Erfolg um Neubestellungen für die doppelstöckige Maschine. Ganz große Flugzeuge mit vier Triebwerken wie die A380 und Boeings Jumbo-Jet 747-8 sind bei den Airlines seit Jahren kaum noch gefragt.

Fluglinien setzen verstärkt auf mittelgroße Langstreckenjets wie den Airbus A350, A330 sowie Boeing 777 und 787 "Dreamliner", die auf Langstrecken mit zwei Triebwerken auskommen und sich wegen ihrer Größe auf mehr Strecken rentabel einsetzen lassen.

© Airbus, Lesen Sie auch: Warum gibt es noch keine A380neo? Antworten aus dem Cockpit

Auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris versuchte Airbus potenzielle Abnehmer mit einer modernisierten Neuauflage A380plus zu locken. Durch Anpassungen in der Kabine sollen 80 Fluggäste mehr in die Maschine passen. Das wären bei einer typischen Bestuhlung rund 630 statt bisher 550 Passagiere. Neuartige, riesige abgeknickte Flügelenden (Winglets) sollen den Spritverbrauch drosseln. Beide Maßnahmen zusammen sollen die Betriebskosten um 13 Prozent senken.

Von: cs
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