Airbus setzt beim A380 auf vier Kunden

26.07.2017 - 11:23 0 Kommentare

Die A380 wird kaum noch nachgefragt. Emirates, IAG, ANA und Thai Airways sollen laut eines Medienberichts die Zukunft vom Airbus-Flaggschiff absichern. Eine weitere Produktionskürzung droht dennoch.

Eine A380 der Emirates.  - © © AirTeamImages.com - Alun Morris Jones

Eine A380 der Emirates. © AirTeamImages.com /Alun Morris Jones

Der Flugzeugbauer Airbus hofft die Produktion seiner A380 laut Insidern mit neuen Aufträgen von vier Fluggesellschaften am Laufen zu halten. Der scheidende Verkaufschef John Leahy baue dabei vor allem auf die größte A380-Betreiberin Emirates, die 20 Jets des Typs abnehmen solle, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Hinzukommen sollten kleinere Bestellungen der British-Airways-Mutter IAG, der japanischen All Nippon Airways (ANA) und der Fluglinie Thai Airways. Wenn neue Bestellungen für den weltgrößten Passagierjet A380 ausblieben, müsse Airbus die Produktion weiter herunterfahren als bisher geplant, hieß es. Im vergangenen Jahr hatte der Hersteller noch 28 Exemplare der A380 ausgeliefert, ab kommendem Jahr sollen es nur noch zwölf sein.

Die meisten Bestellungen kommen von Emirates

Insgesamt stehen bei Airbus nach eigenen Angaben 317 bestellte A380-Jets in den Büchern. Diese verteilen sich wie folgt:

Offene A380-Bestellungen
Amedeo British Airways Emirates Lufthansa Qantas Singapore Airlines Weitere Airlines
Bestellte Flugzeuge 20 12 142 14 20 24 85

Die Grafik zeigt die Verteilung der bei Airbus bestellten und noch nicht ausgelieferten A380-Flugzeuge. Weitere Airlines sind alle, die weniger als zehn Stück bestellt haben. Quelle: Airbus, Stand: 30. Juni 2017

Die erhofften kleineren Bestellungen von IAG, ANA und Thai würden Airbus nicht ausreichen, erfuhr Bloomberg aus dem Umfeld. Es brauche die größere Order von Emirates, um das Auftragsbuch wieder ausreichend anschwellen zu lassen. Ein Airbus-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Finanzbericht

Airbus legt am morgigen Donnerstag Zahlen für das erste Halbjahr vor. Experten erwarten, dass der Konzern dann auch eine weitere Produktionskürzung beim Flaggschiff A380 verkünden wird. Airbus hatte bereits 2016 bekanntgegeben, die Jahresproduktion des Fliegers auf zwölf Maschinen pro Jahr mehr als zu halbieren.

Airbus ringt bereits seit Jahren weitgehend ohne Erfolg um Neubestellungen für die A380. Das doppelstöckige Flugzeug, das 2007 erstmals ausgeliefert wurde, ist bei Airlines kaum mehr gefragt. Die meisten tendieren inzwischen zu normalgroßen Großraumjets wie dem Airbus A350 und Boeings 787 "Dreamliner", die sich auf einer größeren Zahl von Strecken flexibel und rentabel einsetzen lassen.

A380 nur noch als Frachter?

Boeing hat mit seinem größten Flieger, dem Jumbo-Jet 747-8, ein ähnliches Problem: Der Typ verkauft sich faktisch nur noch als Frachtmaschine. Auch so liegt die Produktion wegen dürrer Auftragslage nur noch bei sechs Maschinen pro Jahr. Auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris versuchte Airbus potenzielle Abnehmer mit einer modernisierten Neuauflage A380plus zu locken.

© Airbus, Lesen Sie auch: Warum gibt es noch keine A380neo? Antworten aus dem Cockpit

Durch Anpassungen in der Kabine sollen 80 Fluggäste mehr in die Maschine passen. Das wären bei einer typischen Bestuhlung rund 630 statt bisher 550 Passagiere. Neuartige, riesige abgeknickte Flügelenden (Winglets) sollen den Spritverbrauch drosseln. Beide Maßnahmen zusammen sollen die Betriebskosten um 13 Prozent senken.

Von: cs, dpa
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