Airbus baut ab 2021 keine A380-Jets mehr

14.02.2019 - 07:01 0 Kommentare

A330 Neo und A350 statt A380: Unter anderem weil Großkundin Emirates die letzte große Order deutlich reduziert, stellt Airbus die Produktion des Doppelstöckers 2021 komplett ein. Und auch Etihad storniert eine Order.

A380 von Emirates: Großkundin des Doppelstöckers. - © © AirTeamImages.com - Simon Willson

A380 von Emirates: Großkundin des Doppelstöckers. © AirTeamImages.com /Simon Willson

Airbus stellt die Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 ein. Die letzte Auslieferung des Luftgiganten sei für 2021 geplant, teilte der Konzern am Donnerstagmorgen mit. Den Ausschlag gab eine Reduzierung einer Bestellung von Emirates. Die Großkundin hat ihre A380-Order von 162 auf 123 Maschinen reduziert und gleichzeitig 40 A330-900 sowie 30 A350-900 in Auftrag gegeben.

Stornierung

Auch Etihad hat eine Order bei Airbus zusammengestrichen. Der Golf-Carrier stornierte eine Order über 42 Exemplare des jüngsten Langstreckenjets A350, wie Airbus mitteilte. Damit hat Etihad nur noch 20 Maschinen des Typs ausstehend. Die Airbus-Führung zeigte sich aber überzeugt, dass der Auftragsbestand für die kürzlich erreichte Produktionsrate von monatlich zehn Flugzeugen des Typs ausreicht.

"Infolge dieser Entscheidung gibt es keinen nennenswerten A380-Auftragsbestand mehr und damit keine Grundlage für eine Fortsetzung der Produktion - trotz aller Bemühungen unseres Vertriebs in den vergangenen Jahren, weitere Airlines als Kunden zu gewinnen", erklärte Konzernchef Tom Enders.

"Schmerzhafte Ankündigung"

"Die heutige Ankündigung ist schmerzlich für uns und für die A380-Communities weltweit", so Enders weiter. Der Passagierjet werde aber noch viele Jahre lang am Himmel unterwegs sein. "Selbstverständlich werden wir die Betreiber der A380 auch weiterhin uneingeschränkt unterstützen", so Enders weiter.

Gewinnsprung

Trotz hoher Belastungen durch die kontinuierliche Reduktion des A380-Programms und Kosten für den Militärtransporter A400M im vergangenen Jahr hat Airbus einen deutlichen Gewinnsprung erzielt. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 3,05 Milliarden Euro und damit 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte um acht Prozent auf 63,7 Milliarden Euro zu. Die Sonderbelastungen durch A380 und A400M summierten sich auf rund 900 Millionen Euro.

Ebit von Airbus*
Angaben in Milliarden Euro
2014 4.0
2015 4.1
2016 2.4
2017 3.2
2018 5.8

* = ab 2017 nur noch Airbus, vorher Airbus Group.Quelle: Airbus

2019 soll der bereinigte operative Gewinn um etwa 15 Prozent steigen. Dazu will das Unternehmen 880 bis 890 Passagierjets ausliefern. Im vergangenen Jahr hatte Airbus 800 Maschinen an seine Kunden übergeben.

Der doppelstöckige Passagierjet hat Airbus schon länger große Sorgen bereitet. In den vergangenen Jahren hatte kaum noch eine Fluglinie ein Modell geordert. Airbus drohten, die Bestellungen auszugehen. Der Konzern fuhr die Jahresproduktion zuletzt von zeitweise bis zu 30 Maschinen auf nur noch sechs Exemplare zurück.

Bis zu 3500 Jobs betroffen

Airbus werde in den nächsten Wochen Gespräche mit den Sozialpartnern bezüglich der 3000 bis 3500 Stellen aufnehmen, die in den kommenden drei Jahren betroffen sein könnten. Es werde aber zahlreiche Möglichkeiten für interne Stellenwechsel geben.

Teile des Luftgiganten werden an Airbus-Standorten in Deutschland gefertigt - darunter Hamburg, Bremen, Stade und Augsburg. Wegen der Auftragsflaute beim A380 stehen bundesweit bereits Tausende Jobs auf der Kippe.

Vielen Airlines ist der Flieger zu groß und verbraucht zu viel Treibstoff - das ist nicht wirtschaftlich, besonders wenn der Riesenjet nicht voll besetzt ist. Andere Flugzeuge bei Airbus sind hingegen sehr beliebt. Die kleineren Maschinen der A320-Familie sind ein Kassenschlager.

Kritik von Al-Baker

Auch die australische Fluggesellschaft Qantas Airways hatte jngst die Bestellung von acht A380-Passagierjets zurückgezogen. Anfang Februar hatte zudem Qatar-Airways-Chef Akbar Al-Baker der A380 ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Er hatte erklärt, dass er über eine vorzeitige Einstellung der Produktion nicht traurig wäre. Nach Al-Bakers Auffassung ist der Flieger zu schwer, weil seine Tragflächen für die nie gebaute Langversion ausgelegt sind. Qatar drängt seit Längerem auf eine Neo-Variante der A380.

Der A380 hat je nach Ausstattung bis zu 853 Sitze. Der Superjet hat eine Reichweite von 15 200 Kilometern und ist gut 72 Meter lang. Seine Flügelspannweite liegt bei knapp 80 Metern. Für den Luftgiganten bekamen zahlreiche Flughäfen neue Terminals. Die Planungen für den A380 begannen 1995, im Jahr 2000 fiel der offizielle Startschuss.

© AirTeamImages.com, Yatrik Sheth Lesen Sie auch: Erste A380-Jets werden jetzt zerlegt

Den Erstflug absolvierte der Riesenvogel am 27. April 2005. Der kommerzielle Einsatz startete Ende Oktober 2007 mit einem Sonderflug zwischen Singapur und Sydney.

Von: airliners.de, dpa, AFP
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