Airbus übergibt A350 an Erstkunden Qatar Airways

22.12.2014 - 12:42 0 Kommentare

Airbus hat die erste A350 an Qatar Airways übergeben. Der Verbundfaser-Jet bedeutet für Airbus den Eintritt in eine neue Ära. Das Flugzeug soll helfen, den Boeing-Vorsprung im "Brot- und Buttersegment" bei Langstreckenmaschinen abzubauen.

Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker (m) übernimmt den ersten Airbus A350 am 22.12.2015 in Toulouse.

Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker (m) übernimmt den ersten Airbus A350 am 22.12.2015 in Toulouse.
© Qatar Airways

Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker (m) übernimmt den ersten Airbus A350 am 22.12.2015 in Toulouse.

Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker (m) übernimmt den ersten Airbus A350 am 22.12.2015 in Toulouse.
© Rolls Royce

Airbus A350 in den Farben von Qatar Airways.

Airbus A350 in den Farben von Qatar Airways.
© Airbus - H. Goussé

Airbus A350 in der Lackierung von Qatar Airways.

Airbus A350 in der Lackierung von Qatar Airways.
© Qatar Airways

Der erste Airbus A350 für Launch Customer Qatar Airways hat jetzt seinen Jungfernflug absolviert.

Der erste Airbus A350 für Launch Customer Qatar Airways hat jetzt seinen Jungfernflug absolviert.
© Airbus

Airbus A350 in den Farben von Qatar Airways.

Airbus A350 in den Farben von Qatar Airways.
© Airbus - H. Goussé

Mit der Übergabe des ersten Exemplars seiner neuen Langstreckenmaschine A350 an Launch-Customer Qatar Airways hat der europäische Flugzeugbauer Airbus einen großen Schritt in Richtung Zukunft getan. Die zweistrahlige Maschine gilt als wirtschaftlicher Hoffnungsträger und Antwort auf die 787 sowie die weiterenteickelte 777X von US-Konkurrent Boeing.

Airbus-Chef Fabrice Brégier sprach von einem "historischen Tag" für das Unternehmen. Die Übergabe der ersten A350 sei ein "bedeutender Schritt für Airbus" sagte er bei der Übergabe am Montag in Toulouse. Die Entwicklung des neuesten Langstreckenflugzeuges stehe für "45 Jahren gewachsene Kompetenz und Erfahrung bei der Erfüllung der Anforderungen unserer Kunden". Das neue Flugzeuge setze neue Maßstäbe bei Passagierkomfort, Betriebseffizienz und Wirtschaftlichkeit.

Qatar-Chef Akbar Al Baker nannte es einen stolzen Augenblick, "dieses Flugzeug der neuesten Generation in unserer schnell wachsenden Flotte willkommen zu heißen". 80 Maschinen hat die Fluglinie bestellt. Den ersten kommerziellen Flug soll die erste A350 am 15. Januar von Doha nach Frankfurt absolvieren, kündigte der Qatar-Chef an.

Zunächst war die Auslieferung der A350 an Qatar Airways bereits Mitte Dezember angesetzt gewesen, dann aber noch einmal kurzfristig verschoben worden. Dies habe nicht an Airbus gelegen, sagte Qatar-Chef Akbar Al Baker. Es sei um Details gegangen, für die der Flugzeugbauer keine Verantwortung trage.

Letztlich konnte Airbus das erste Flugzeug dann aber doch noch planmäßig in diesem Jahr an den Erstkunden ausliefern. "Ziel war ein bei der Indienststellung komplett ausgereiftes Flugzeug", sagte Brégier schon nach der Zulassung der Maschine im September. Er sprach von einem der "striktesten und effizientesten Versuchsprogramme", das jemals für ein Zivilflugzeug entwickelt worden sei. Brégier zeigte sich stolz, das Zulassungsprogramm "gemäß den Termin-, Kosten- und Qualitätsvorgaben" abgeschlossen zu haben.

Boeing hat mit 777 und 787 die Nase vorn

Bei der A350 hat Airbus in der Tat einen verhältnismäßig verzögerungsfreien Programmstart hingelegt. Gerade einmal ein Jahr später als zu Programmstart angekündigt ist das erste Flugzeug ausgeliefert. Im direkten direkten Vergleich mit dem Problemflieger Boeing 787 bedeutet das einen gewaltigen Sprung nach vorn. Im Kampf um die Marktanzeile der "Brot- und Butterflugzeuge" für den Großraummarkt ist das für Airbus wichtig, denn Boeing hat bislang klar die Nase vorn.

© Airbus, Lesen Sie auch: Airbus will Boeing mit A330 und neuer A350 in die Zange nehmen

Insgesamt liegen bislang 778 Bestellungen von 41 Kunden für den A350 vor. Das ist viel, aber im Vergleich zu den mittlerweile über tausend Boeing-787-Bestellungen wenig. Zudem ist der A350 nicht nur in Konkurrenz zum "Dreamliner" zu sehen: Die größeren Versionen überschneiden sich bei Kapazität und Reichweite vor allem mit dem aktuellen Boeing-Verkaufsschlager 777-300 sowie den geplanten neuen X-Varianten der "TripleSeven". Airbus-intern ersetzt der A350 vor allem die ineffizienten vierstrahligen A340-Modelle, besitzt aber auch Überschneidungen mit dem Airbus-Kassenschlager A330, der auf Kundenwunsch jetzt sogar noch neue Triebwerke bekommt.

© Airbus, Video-Screenshot: airliners.de Lesen Sie auch: Airbus bringt den A330neo

Verbundmaterialien bedeuten neue Ära im Flugzeugbau

Genau wie Boeing beim "Dreamliner" setzt Airbus beim A350 auf leichte und zugleich stabile Verbundmaterialien statt auf herkömmliches Aluminium in Rumpf und Flügeln. Damit bedeutet der erste Start des A350 für Airbus auch den Start in eine neue Ära des Flugzeugbaus. Zu diesem Schritt musste Airbus allerdings erst vom Markt gezwungen werden: Ursprünglich als relativ einfaches Triebwerksupgrade auf Basis des A330 geplant, hatte Airbus den A350 vor sieben Jahren auf Druck der Kunden komplett neu aufgesetzt. Der neue Entwurf wurde A350XWB genannt, um auf den breiteren Rumpfquerschnitt des neuen A350 hinzuweisen (eXtra Wide Body).

Den A350-Erstflug absolvierte die erste Testmaschine des neuen Airbus-Langstreckenfliegers im Juni 2013. Bis zur Zulassung durch die EASA im September kamen im Flugtestprogramm mit insgesamt fünf Flugzeugen mehr als 2600 Flugstunden zusammen.

Der Langstreckenflieger in seiner Version A350-900 kann 315 Passagiere über eine Distanz von 14.500 Kilometern transportieren. Laut Airbus wird der A350, der vor allem aus leichten Verbundwerkstoffen gefertigt ist, rund ein Viertel weniger Treibstoff verbrauchen als herkömmliche Maschinen vergleichbarer Größe. Das Flugzeug ist mit Rolls-Royce Trent XWB-Triebwerken ausgestattet. Eine längere Version des Flugzeugs, der A350-1000 mit Platz für 369 Passagiere, soll 2017 in Dienst gestellt werden. Das Projekt eines kleineren A350-800 mit 276 Sitzen dürfte dagegen indes Mangels Interesse aufgegeben werden. Airbus dürfte stattdessen in diesem Segment auf die erneuerte Version des A330, den A330neo, setzen.

Die A350-Jets werden am Firmensitz in Toulouse zusammengebaut. Teile von Rumpf, Leitwerken, Tragflächen oder Landeklappen stammen aus den Airbuswerken in Hamburg, Stade und Bremen.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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