Farnborough 2014

Airbus bringt den A330neo

14.07.2014 - 14:18 0 Kommentare

Eine modernisierte Version des A330 wollte Airbus eigentlich schon als A350 bringen. Jetzt kommt sie doch noch: Die A330neo soll mit neuen Triebwerken und aerodynamischen Verbesserungen effizienter fliegen.

Airbus bringt den A330neo mit Rolls-Royce-Triebwerken.

Airbus bringt den A330neo mit Rolls-Royce-Triebwerken.
© Airbus - Video-Screenshot: airliners.de

Illustration des Airbus A330neo.

Illustration des Airbus A330neo.
© Airbus

Illustration des Airbus A330neo.

Illustration des Airbus A330neo.
© Airbus

Illustration des Airbus A330neo.

Illustration des Airbus A330neo.
© Airbus

Airbus will seinen Langstreckenjet A330 mit sparsameren Triebwerken unter dem Namen A330neo für die Zukunft rüsten. Neue Trent 7000 Triebwerke des britischen Herstellers Rolls-Royce sollen das zwei Jahrzehnte alte Modell pro Sitz um 14 Prozent sparsamer machen, wie Airbus am Montag zum Start der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough bekannt gab.

Mit der Entscheidung reagiert der Hersteller auf die Konkurrenz des komplett neu entwickelten Boeing-Modells 787 "Dreamliner" sowie auf die Boeing 777X. Die erste A330neo soll bereits im vierten Quartal 2017 ausgeliefert werden.

Die A330neo soll in zwei verschiedenen Varianten gebaut werden, der A330-800neo und der A330-900neo. Neben den neuen Triebwerken soll auch eine verbesserte Aerodynamik zu dem verringerten Kerosinverbrauch beitragen und dem Flugzeug eine größere Reichweite bescheren. Zum Aerodynamikpaket zählen unter anderem neue Winglets nach dem Vorbild der A350, eine erhöhte Spannweite und neue Triebwerkspylone.

Die Kunden lieben den Flieger

Tom Enders

Airbus-Chef Fabrice Brégier sieht für den Jet ein "starkes Marktpotenzial". In den Jahren 2015 bis 2017 kostet die Entwicklung allerdings zunächst Geld. Die Kosten dürften die für 2015 geplante Umsatzrendite um 0,7 Prozent nach unten ziehen, sagte Airbus-Group-Chef Tom Enders. Ab der Indienststellung des ersten Exemplars verspricht er sich von der A330neo jedoch einen "erheblichen" Beitrag zum Konzerngewinn.

Mit der Entscheidung, die A330 mit neuen Triebwerken auszurüsten, werde Airbus den "Höhenflug dieses Modells noch über viele Jahre fortsetzen", so Enders. Die A330 trage bereits heute wesentlich zur Marge der Airbus Group bei. Die Kunden würden den A330 lieben, das Flugzeug sei eines der zuverlässigsten und effizientesten Verkehrsflugzeuge aller Zeiten.

A330neo sollte schon 2009 als A350 abheben

Das war offenbar nicht immer so und gilt auch nicht für alle Kunden: Denn eigentlich sollte das, was jetzt A330neo heißt bereits 2009 als A350 erstmals abheben. Die Kunden verschmähten die vom EADS-Aufsichtsrat damals schon genehmigte Weiterentwicklung aber und drängten die Europäer zu einem komplett neu entwickelten A350. Nach Verzögerungen bei der Boeing 787 und der Boeing-Entscheidung für eine Weiterentwicklung der 777 zieht Airbus nun erneut den A330neo aus dem Hemdärmel.

Nun bedeutet die A330neo voraussichtlich das Aus für die geplante Kurzversion des neu entwickelten Langstreckenjets A350. Die verbliebenen Besteller der Variante A350-800 dürften entweder auf die Standardversion A350-900 oder die A330neo wechseln, sagte Brégier. Das Interesse an der kurzen A350 war in den vergangenen Jahren immer weiter geschmolzen.

© Airbus, H. Goussé Lesen Sie auch: Airbus feiert Roll-out des ersten A320neo in Toulouse

Brégier schloss nicht aus, auch dem Airbus-Flaggschiff A380 in fernerer Zeit mit neuen Triebwerken eine Frischzellenkur zu verschaffen. "Der Trend geht dahin, bestehende Flugzeuge mit sparsameren Triebwerken aufzuwerten", sagte der Manager. Für die A380 werde dies so bald aber nicht der Fall sein. Der größte A380-Kunde, die arabische Fluglinie Emirates, hatte zuvor entsprechende Wünsche formuliert.

Mit einer neuen Triebwerksoption für seinen Mittelstreckenjet A320 hatte Airbus Ende 2010 bereits eine Flut an Aufträgen ausgelöst. Die spritsparende Neuauflage A320neo verkaufte sich bis heute mehr als 2600 Mal. Boeing war gezwungen, mit einer Modernisierung seines Konkurrenzmodells 737 nachzuziehen.

Alle Meldungen zur Farnborough International Airshow 2014 finden Sie auf der airliners.de-Themenübersicht Farnborough.

Von: dpa, airliners.de
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    Der neue Airbus A330neo ist in Toulouse zu einem ersten Testflug abgehoben. Bis Mitte 2018 soll die Zertifizierung des modernisierten Langstreckenflugzeugs stehen. Die A330neo konkurriert vor allem mit Boeings 787 und 777X.

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