Hintergrund Airbus setzt auf die A320neo

10.12.2015 - 16:33 0 Kommentare

Airbus hat kein Modell öfter verkauft als die A320. Aber auch die weiterentwickelte A320neo bringt dem Flugzeughersteller einen Auftrag nach dem anderen. Erstbetreiber wird wohl die Lufthansa.

Darstellung eines Airbus A320neo in den Farben der Lufthansa - © © Airbus - Fixion

Darstellung eines Airbus A320neo in den Farben der Lufthansa © Airbus /Fixion

Mittelstreckenjets sind bei den Airlines sehr gefragt - das merkt auch der europäische Flugzeughersteller Airbus. Beim Blick in die Auftragsbücher zeigt sich: Kein anderes Modell wurde öfter bestellt als die A320 (rund 4800). Mit dem effizienteren Nachfolgemodell A320neo will Airbus diesen Trend fortsetzen - und ist schon vor der Auslieferung der ersten Maschine auf einem guten Weg. Mehr als 3300 Mal wurde die A320neo bereits bestellt.

Die A320neo ("new engine option") soll 15 Prozent weniger Sprit verbrauchen, mehr Reichweite haben und leiser sein als ihre Vorgängerin. Die Modifikationen betreffen zum Beispiel die Linie der Flügel, die Triebwerksaufhängungen sowie die verbauten Flügelenden (Sharklets). Vor allem das Spritsparen dürfte bei den Fluggesellschaften in Zeiten des härter werdenden Wettbewerbs gut ankommen.

Probleme mit den Triebwerken

Eigentlich hätte Qatar Airways weltweit als erste Airline von der A320neo profitieren sollen. Daraus wird jedoch nichts, wie "Air Transport World" jetzt berichtet. Grund sind demnach Probleme mit dem Triebwerk PW1100G von Pratt & Whitney. Diese müssen erst drei Minuten warmlaufen, bevor das Flugzeug eigenständig losrollen kann. Laut dem Bericht will Qatar Airways die A320neo erst übernehmen, wenn das Problem behoben ist. Der Triebwerkshersteller arbeitet bereits daran.

Die A320-Familie

Die Modelle der A320-Familie sind bei Airbus der Verkaufsschlager. Dazu gehören die A318, die A319, die A320 und die A321. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Größe. Neben der A320neo wird es auch die kleinere A319 sowie die größere A321 als neo-Version geben. Von der A321neo ist sogar eine Langstrecken-Version geplant.

Endmontage der ersten A320neo in Toulouse. Foto: © Airbus, P. Pigeyre

Sollte es bei der Entscheidung von Qatar Airways bleiben, würde die Lufthansa zum Erstkunden. Am 22. Dezember nimmt die deutsche Fluggesellschaft ihre erste A320neo in Empfang, ab dem 6. Januar soll die Maschine innerdeutsch unterwegs sein. Auf welchen Strecken, sei noch offen, sagte ein Konzern-Sprecher zu airliners.de.

Diese Maschine wird die gleichen Triebwerke haben wie die der Qatar Airways. "Wir wollten diese A320neo zu diesem Zeitpunkt ohnehin übernehmen, und dabei bleibt es", sagte der Sprecher dazu. Insgesamt hat der deutsche Konzern 61 Maschinen des Typs A320neo bestellt - allerdings werden einige auch mit anderen Antrieben bestückt sein.

Denn bei der A320neo besteht auch die Möglichkeit, Triebwerke des Typs LEAP-1A von CFM International anzubringen. Das Konkurrenz-Modell wird mit ähnlichen Einsparmöglichkeiten beworben. Die Fluggesellschaften haben also die Wahl, mit welchen Triebwerken sie ihre A320neo-Maschinen ausstatten möchten.

Auch andere Hersteller entwickeln Neuauflagen

Entscheiden können sich die Airlines auch zwischen verschiedenen Flugzeugherstellern - denn Airbus ist nicht der einzige Konzern, der auf modernere Neuauflagen setzt. Auch Boeing tut das. Für die effizientere Boeing 737 Max hat der amerikanische Flugzeugbauer fast 3000 Bestellungen vorliegen.

Bestellte Mittelstreckenjets bei Airbus, Boeing, Bombardier
Anzahl der Bestellungen
A320neo-Familie 4443
Boeing 737 Max-Familie 2955
Bombardier CSeries 243

Quelle: Airbus, Boeing, Bombardier

Der brasilianische Hersteller Embraer zieht mit einer überarbeiteten E-Jet-Familie nach. Hinzu kommen neue Herausforderer wie zum Beispiel Bombardier mit der CSeries, die aus der CS300 und der kleineren CS100 besteht. Ein weiterer Konkurrenzt ist die Comac C919 aus China.

Von: ch
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