Airbus ist erstmals mehr als 100 Milliarden Euro wert

16.07.2019 - 08:05 0 Kommentare

Nach den guten Auslieferungs- und Bestellzahlen des ersten Halbjahres ist Airbus auch an der Börse weiter im Steigflug und gewinnt seit Jahresbeginn über 50 Prozent an Wert. Analysten sehen weiteres Potenzial. An den Wert von Boeing kommt Airbus allerdings noch nicht heran.

Airbus-Chef Guillaume Faury - © © Airbus -

Airbus-Chef Guillaume Faury © Airbus

Positive Analystenkommentare und Probleme von Boeing haben Airbus am Montag an der Börse auf ein Rekordhoch von 129,20 Euro getrieben. Seit Jahresbeginn hat die Aktie mehr als 50 Prozent an Wert gewonnen. Zudem schaffte es der europäische Flugzeugbauer erstmals auf einen Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Euro. Damit hinkt er dem Erzrivalen aus den USA allerdings weit hinterher, der fast das Doppelte wert ist.

Mit seiner erstmals zwölfstelligen Marktkapitalisierung lässt Airbus fast alle der 30 Dax-Konzerne hinter sich. Einzig der Softwareriese SAP ist an der Börse mit 148 Milliarden Euro deutlich mehr wert. Dass Airbus dennoch nicht im wichtigsten deutschen Aktienindex vertreten ist, liegt daran, dass ein Großteil der Aktien an der Pariser Börse gehandelt wird und nicht auf dem elektronischen Handelssystem Xetra der Deutschen Börse. Im französischen Börsenbarometer Cac 40 sowie im Eurozonenleitindex EuroStoxx 50, die beide von der Mehrländerbörse Euronext berechnet werden, zählt Airbus derweil zu den Schwergewichten.

Boeings Negativ-Schlagzeilen helfen Airbus

Dank Boeings Problemen mit dem Unglücksjet 737 Max könnte Airbus 2019 erstmals seit Jahren mehr Flugzeuge an die Kundschaft bringen als der US-Konzern. Das geht aus jüngst veröffentlichten Auslieferungszahlen beider Unternehmen hervor. Um Boeing den Rang als wertvollstes Börsenunternehmen der Branche abzulaufen, ist es aber noch ein weiter Weg. Denn ungeachtet des Kurseinbruchs der Boeing-Aktie kann der Konzern immer noch eine Marktkapitalisierung von rund 203 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 180 Milliarden Euro) vorweisen.

Die neuen Negativ-Schlagzeilen von Boeing dürften Airbus zusätzlich Auftrieb geben. Die Amerikaner könnten länger als bisher erwartet brauchen, bis sie ihren Mittelstreckenjet 737 Max wieder in Betrieb nehmen können. Immer mehr Mitarbeiter der US-Luftfahrtbehörde FAA sowie Branchenvertreter nehmen mittlerweile an, dass aus dem Neustart in diesem Jahr nichts wird, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Nach den zwei Abstürzen binnen weniger Monate und 346 Toten hatten sowohl die FAA als auch Boeing-Chef Dennis Muilenburg erklärt, sie erwarteten, dass das Flugverbot noch 2019 wieder aufgehoben werden könne. An der New Yorker Börse büßten Boeing-Papiere zuletzt rund 1,3 Prozent ein.

© Airbus, S. Ramadier Lesen Sie auch: Airbus hängt Boeing bei Bestellungen und Auslieferungen ab

Analysten sehen Airbus positiv

Im Gegensatz zu vielen Anlegern sieht Analyst David Perry von der US-Bank JPMorgan nur ein geringes Risiko, dass Airbus im kommenden Jahr eine Gewinnwarnung aussprechen muss. Zwar hätten viele europäische Industriekonzerne in den vergangenen Wochen sinkende Erträge in Aussicht gestellt, schrieb er in einer aktuellen Studie. Doch dies unterstreiche die Attraktivität der Airbus-Papiere als "sicherer Hafen". Perry geht von starken Ergebnissen des Flugzeugbauers für das erste Halbjahr 2019 aus.

Entsprechend glaubt der Experte, dass die jüngsten Kursgewinne noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sind. Er zieht als Basis seiner Bewertung nun seine Schätzungen für das Jahr 2021 heran und errechnet daraus ein neues, höheres Kursziel von 163 Euro für die Aktie. Damit traut Perry dem Papier vom aktuellen Rekordhoch aus einen weiteren Anstieg um gut 25 Prozent sowie eine bessere Entwicklung als dem Sektor zu, weshalb er seine "Overweight"-Empfehlung beibehält. Er liegt mit seinem Ziel unter den Analysten, welche die Aktie beobachten, ganz vorn.

Goldman Sachs ist derweil mit Blick auf die anstehenden Airbus-Zahlen optimistisch. Der Konzern dürfte ein starkes zweites Quartal hinter sich haben und auf einem guten Weg mit Blick auf die Jahresziele sein, schrieb Analyst Chris Hallam. Er hob seine Schätzungen für das Ergebnis je Aktie (EPS) der Jahre bis 2021 an und erhöhte das Kursziel auf 157 Euro. Zudem bleibt die Aktie auf der "Conviction Buy List" der US-Investmentbank.

Von: hr, dpa-afx
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