Air France will zusätzlich bis zu 2.600 Stellen streichen

31.07.2013 - 17:28 0 Kommentare

Das Sparprogramm "Transform 2015" bei Air France-KLM will nicht greifen. Die Sanierung des Mittelstrecken- und Frachtgeschäfts braucht mehr Zeit als erwartet. Nun sollen weitere Stellen wegfallen.

Flugzeuge der Air France am Flughafen Paris CDG - © © AirTeamImages.com - Jonathan Zaninger

Flugzeuge der Air France am Flughafen Paris CDG © AirTeamImages.com /Jonathan Zaninger

Air France will mit weiterem Stellenabbau die Krise bekämpfen. Dazu sollen bei der französischen Airline nach Gewerkschaftsangaben bis zu 2.600 Arbeitsplätze zusätzlich wegfallen. Über die bis 2014 geplanten Streichungen sei der Air-France-Betriebsrat vom Management informiert worden, sagte ein Gewerkschafter.

Der Arbeitsplatzabbau solle mit Hilfe von Sozialplänen realisiert werden, die Mitarbeitern ein freiwilliges Ausscheiden aus dem Unternehmen anbieten. Die Leitung von Air France wollte die Gewerkschaftsangaben zu den neuen Stellenstreichungen zunächst nicht bestätigen.

Im Rahmen des Sparplans "Transform 2015" von 2012 hat Air France bereits rund 5.100 Stellen gestrichen. Damit hat Air France noch gut 100.700 Arbeitsplätze, nach der neuerlichen Runde läge die Zahl bei gut 98.000. Durch den Sparplan sollen innerhalb von drei Jahren zwei Milliarden Euro eingespart werden. Das aktuelle Sparprogramm der Franzosen greift aber nicht wie erhofft.

Hunderte Flugbegleiterstellen auf der Streichliste

Die Muttergesellschaft Air France-KLM hatte die zusätzlichen Sparmaßnahmen in der vergangenen Woche angekündigt. Die Sanierung des Mittelstrecken- und Frachtgeschäfts brauche mehr Zeit als erwartet, sagte Konzernchef Alexandre de Juniac zur Halbjahresbilanz.

Erst im Mai hatte Air France mehrere hundert Flugbegleiterstellen auf die Streichliste gesetzt. Die angeschlagene französische Fluggesellschaft will so über 200 Millionen Euro einsparen.

Im ersten Halbjahr 2013 musste der Konzern ein operatives Minus von 451 Millionen und einen Nettoverlust von 793 Millionen Euro verzeichnen. Für das Gesamtjahr 2013 erwartet die Führung noch immer einen operativen Gewinn.

Kurz- und Mittelstrecken-Netz fliegt kräftige Verluste ein

Air France-KLM leidet unter der internationalen Konkurrenz von Airlines, die deutlich günstiger sind. Vor allem das Kurz- und Mittelstrecken-Netz von Air France fliegt kräftige Verluste ein. Mit der eigenen Billig-Marke "HOP!" - zu der die Regionalpartner Brit Air, Regional und Airlinair zusammengefasst wurden - will sich Air France gegenüber der preiswerten Konkurrenz behaupten.

Im vergangenen Jahr musste Air France-KLM einen Nettoverlust von knapp 1,2 Milliarden Euro verkraften. Der harte Sparkurs hatte 2012 die französisch-niederländische Airline tief in die roten Zahlen gerissen. Allein der Konzernumbau schlug mit 471 Millionen Euro zu Buche.

Von: dpa, AFP
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