Spardruck Air France verkleinert Flotte

25.05.2012 - 07:58 0 Kommentare

Air France setzt auf günstige Angebote, um aus der Krise zu kommen. Die Airline hat angekündigt, ihre Billigfluglinie Transavia France kräftig auszubauen. Die Air-France-Flotte für Kurz- und Mittelstreckenflüge soll dagegen deutlich verkleinert werden.

Airbus A320 der Air France - © © AirTeamImages.com - Darryl Morrell

Airbus A320 der Air France © AirTeamImages.com /Darryl Morrell

Die krisengeschüttelte Fluggesellschaft Air France will mit einer drastischen Flottenverkleinerung und Stellenstreichungen wieder auf Gewinnkurs kommen. Die Führung des Lufthansa-Konkurrenten kündigte am Donnerstagabend an, in den nächsten zweieinhalb Jahren 34 der zuletzt 148 Kurz- und Mittelstreckenmaschinen aus dem Verkehr zu ziehen.

Zum ersten Mal bestätigte sie zudem offiziell, dass an Plänen für den Abbau von Personalkapazitäten gearbeitet werde. Ziel sei es, Kündigungen zu vermeiden, hieß es. Zahlen sollen in der zweiten Junihälfte genannt werden. Presseberichten zufolge will das Unternehmen bis zu 5000 Stellen streichen. Insgesamt beschäftigte Air France 2011 rund 58.000 Menschen.

Ausbaupläne gibt es hingegen für die Tochter Transavia France, die im Billigsegment aktiv ist. Bis 2015/16 soll die Flotte von heute 8 auf bis zu 22 Maschinen vergrößert werden. Bei Air France sollen die verbleibenden Mittelstreckenmaschinen eine Stunde länger am Tag in der Luft sein. Dauerhaft soll das gesamte Unternehmen um 20 Prozent effizienter arbeiten.

Air France steht wie die Lufthansa von mehreren Seiten massiv unter Druck: Im europäischen Flugverkehr muss sie sich gegen Billig-Konkurrenten wie Ryanair oder Easyjet behaupten. Auf den Langstrecken etablieren sich mit Etihad und Emirates ernstzunehmende Wettbewerber aus den Golfstaaten. Hinzu kommen hohe Treibstoffkosten aufgrund eines anhaltend hohen Rohölpreises.

Der Air-France-Mutterkonzern Air France-KLM hatte allein im vergangenen Jahr unter dem Strich mehr als 800 Millionen Euro verloren. Ein konzernweites Sparprogramm soll nun die Kosten bis Ende 2014 um rund zwei Milliarden Euro senken helfen. Bereits Anfang April erhöhte Air-France-Chef Alexandre de Juniac den Druck auf die Beschäftigten. Das Unternehmen werde Kurz- und Mittelstreckenflüge unter der Marke Air France künftig nur noch anbieten, wenn die Kosten kräftig sinken, teilte er mit. Nun sollen die Mitarbeiter "drastischen Einschnitten" zustimmen, damit das Geschäft in die schwarzen Zahlen kommt.

In Deutschland steuert Air France die Ziele Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, München, Nürnberg und Stuttgart an.

Von: dpa-AFX, AFP
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