Piloten unterstützen neue Air-France-Langstreckentochter

17.07.2017 - 13:37 0 Kommentare

"Boost" - unter diesem Namen plant die Lufthansa-Konkurrentin Air France eine neue Langstreckentochter. Sie soll zwar billiger, aber nicht als Billigflieger operieren. Nun hat das Projekt einen Schritt nach vorn gemacht.

Boeing 777 der Air France - © © AirTeamImages.com - Matthieu Douhaire

Boeing 777 der Air France © AirTeamImages.com /Matthieu Douhaire

Die französische Fluggesellschaft Air France ist mit ihrem Vorhaben einer kostenreduzierten Mittel- und Langstreckentochter einen Schritt vorangekommen. Die größte Pilotengewerkschaft SNPL billigte das Projekt mit dem Arbeitsnamen "Boost", wie die Organisation jetzt in Paris mitteilte. Demnach stimmten bei einer Befragung 78 Prozent der in der Gewerkschaft organisierten Piloten für die Pläne der Konzernführung.

Air France will besonders defizitäre Mittel- und Langstreckenverbindungen künftig über eine eigene Tochter mit geringeren Kosten anbieten. Die Maschinen sollen zwar von Air-France-Piloten mit den gleichen Gehalts- und Arbeitsbedingungen wie beim Mutterkonzern geflogen werden.

Airline braucht Zustimmung der Piloten

Die Flugbegleiter sollen aber neu rekrutiert werden und weniger Geld erhalten als bei Air France. Für die Konzerntochter sollen künftig 18 Mittelstrecken- und zehn Langstreckenmaschinen fliegen. "Boost" soll ausdrücklich nicht als Billigairline antreten, aber günstiger arbeiten.

Boost ist Teil der im vergangenen November vorgestellten Strategie "Trust Together", mit der Air France konkurrenzfähiger werden will. Die französische Fluggesellschaft steht schon seit Langem wegen der Konkurrenz von Billigfliegern und den aufstrebenden Fluggesellschaften der Golfregion unter Druck. Mit Sparmaßnahmen versucht die Konzernführung Air France deswegen auf mehr Wettbewerbsfähigkeit zu trimmen, was immer wieder zu Konflikten mit der Belegschaft führt.

© KLM, Lesen Sie auch: Air France-KLM reagiert mit neuer Langstrecken-Tochter auf Konkurrenz

Wegen bestehender Vereinbarungen brauchte Air France die Zustimmung der Pilotengewerkschaft SNPL, um die Pläne wie geplant umzusetzen. Air-France-KLM-Chef Jean-Marc Janaillac sprach von einem "ausgewogenen Kompromiss" und erklärte, die Piloten hätten Verantwortungsgeist bewiesen. Nach Angaben des Unternehmens kann die neue Fluggesellschaft nun im Herbst starten.

Von: ch, AFP, dpa
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