Auch Aeroflot gibt Angebot ab

Air France/KLM will Czech Airlines kaufen

23.03.2009 - 17:07 0 Kommentare

Die französische Fluggesellschaft Air France-KLM möchte die tschechische Czech Airlines (CSA) übernehmen. Air France/ KLM werde an diesem Montag ihr Interesse schriftlich, aber zunächst unverbindlich, bekunden, um detaillierte Unterlagen über CSA zu erhalten, teilte das Unternehmen am Montag in Paris mit. Die Prager Regierung erwarte ein verbindliches Angebot nicht vor Juni.

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Nach Informationen der Pariser Finanzzeitung «La Tribune» wollen die Franzosen bis zu 200 Millionen Euro ausgeben, damit CSA nicht in die Hände von Konkurrenten fällt. Air France/KLM will ihr Netz in Mitteleuropa insbesondere gegen die Deutsche Lufthansa stärken. Air France/KLM arbeitet mit Czech Airlines bereits im Bündnis SkyTeam zusammen.

Auch der russische SkyTeam-Partner Aeroflot hat Interesse an der Übernahme der tschechischen Airline. Russlands größte Fluggesellschaft hat ein offizielles Angebot für Czech Airlines abgegeben. Das Unternehmen habe beim Finanzministerium in Prag am Montag seine Offerte für die Übernahme von 91,5 Prozent der CSA-Anteile eingereicht, teilte Aeroflot in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax mit. Die Höhe des Angebots wurde nicht genannt.

Bei der Privatisierung der staatlichen Fluggesellschaft Czech Airlines (CSA) haben insgesamt vier Investoren ihr Interesse angemeldet. Wie das tschechische Finanzministerium am Montag bekanntgab, handelt es sich dabei neben den Air France/KLM und Aeroflot um das tschechische Konsortium Unimex/Travel Service sowie die internationale Finanzinvestmentgesellschaft Odien. Die vier potenziellen Bieter würden nun überprüft und gegebenenfalls in einer zweiten Runde der Ausschreibung zu konkreten Angeboten aufgefordert, hieß es in Prag.

Die tschechische Regierung will 91,5 Prozent Staatsanteile an CSA veräußern und erhofft sich dadurch Einnahmen von rund fünf Milliarden tschechischen Kronen (186 Millionen Euro). Das im Januar gestartete Privatisierungsverfahren sieht zwei Etappen vor. Zunächst sollten die Interessenten bis zum Stichtag am Montag darlegen, dass sie finanziell und strukturell in der Lage sind, den Status von CSA als nationaler Fluggesellschaft und den Flughafen Prag als Hauptstandort beizubehalten. In einer zweiten Runde sollen dann bis Ende September nach Einsicht in die CSA-Buchhaltung finanzielle Angebote den Ausschlag geben. Als eine der Hauptforderungen verlangt das Prager Kabinett, dass der neue Eigentümer den Status von CSA als «nationalem Carrier» binnen fünf Jahren nicht ändern darf. Mehrere Minister des NATO- und EU-Mitglieds Tschechien hatten sich «aus Sicherheitsgründen» gegen einen Verkauf der Staatsanteile an einen russischen Bieter ausgesprochen.

Von: dpa
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