Flottenerneuerung und Geldspritze

Air France-KLM will Alitalia per Aktientausch übernehmen

19.12.2007 - 09:46 0 Kommentare

Air France- KLM will im Tausch gegen eigene Aktien alle Anteile und Wandelanleihen von Alitalia übernehmen und deren Kapital aufstocken. Die französisch-niederländische Airline wolle die chronisch defizitäre italienische Fluggesellschaft nach einer Übernahme mit einer Kapitalspritze von 750 Millionen Euro und der Modernisierung seiner Flotte wieder rentabel machen, erklärte Air France-KLM am Montag in Paris.

Im Bieterstreit um die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia hat der Interessent Air France-KLM am Montag seine Übernahmepläne präzisiert. Die französisch-niederländische Airline wolle im Tausch gegen eigene Aktien alle Anteile und Wandelanleihen von Alitalia übernehmen und deren Kapital zudem um mindestens 750 Millionen Euro aufstocken, erklärte Air France-KLM am Montag in Paris. Mit dieser Summe solle der Service verbessert werden.

Zudem will Air France-KLM die veraltete Flotte der Alitalia komplett erneuern. Dabei geht es nach Angaben des Unternehmens um die Kurzstreckenflieger vom Typ MD 80 und die Langstreckenflieger vom Typ Boeing 767.

Entlassen werden sollen demnach nicht mehr Beschäftigte, als es die aktuellen Pläne von Alitalia vorsehen. Wie viele Aktien Air France-KLM für den Tausch bieten will, erklärte das Unternehmen nicht.

Der Chef von Air France-KLM, Jean-Cyril Spinetta, hatte am Wochenende gegenüber italienischen Journalisten versichert, seine Gesellschaft wolle ein "Bündnis" mit der Alitalia. Eine solche "erweiterte Gruppe" könne sich auf drei "bekannte Marken" stützen und ihren Kunden ein "unvergleichliches" internationales Netz bieten, erklärte das Unternehmen am Montag in Paris.

Auch Air One plante Flottenumbau

Air One dagegen präzisierte, es wolle 130 der ingesamt 185 Alitalia-Flugzeuge austauschen. Pro Jahr sollten es 26 sein, sagte Unternehmenschef Carlo Toto am Montag der Zeitung "Corriere della Sera". Dafür werde Air One 4,3 Milliarden Euro investieren. Das Unternehmen bietet zusammen mit mehreren Finanzinvestoren und Banken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Boston Consulting, der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo und der japanischen Nomura für Alitalia.

In zwei sensiblen Fragen - dem Fortbestand der nationalen Airline und dem Stellenabbau - signalisierten beide Bieter Rücksichtnahme. Air France-KLM plane ein "Bündnis" mit Alitalia, betonte Unternehmenschef Jean-Cyril Spinetta. Eine solche "erweiterte Gruppe" könne sich auf drei "bekannte Marken" stützen und ihren Kunden ein "unvergleichliches" internationales Netz bieten, erklärte das Unternehmen. Air One-Chef Toto betonte, die "neue Alitalia" solle die Nummer vier in Europa werden.

Der Verwaltungsrat von Alitalia soll sich am Dienstag nach mehrfachen Verzögerungen für einen Bieterkandidaten entscheiden. Neben Air France-KLM ist die italienische Air One im Rennen. Der italienische Staat sucht seit rund einem Jahr nach einem Käufer für seinen 49,9-Prozent-Anteil an Alitalia. Die Fluggesellschaft macht jeden Tag eine Million Euro Verlust. Unternehmenschef Maurizio Prato plant italienischen Presseberichten zufolge, 2000 der rund 11.200 Stellen zu streichen und die Servicegesellschaft Alitalia Servizi mit 8300 Beschäftigten auszulagern.

Von: AFP
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