Air France-KLM verkauft CityJet an deutsche Intro-Aviation

31.03.2014 - 11:14 0 Kommentare

Die Regionalfluggesellschaft CityJet geht an die Intro-Investorengesellschaft des deutschen Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl. Teil des Deals ist eine Kooperation mit Air France. Geplant hat Wöhrl aber mehr.

Cityjet Avro RJ85 - © © AirTeamImages.com - nustyR

Cityjet Avro RJ85 © AirTeamImages.com /nustyR

Air France-KLM veräußert ihre defizitäre Regionalairline CityJet und deren Tochter VLM an die deutsche Investmentgruppe Intro-Aviation. Das Geschäft mit der Finanzgesellschaft des Nürnberger Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl wird im April abgewickelt, wie Air France-KLM am Samstag bekannt gab.

Die in Irland ansässige Gesellschaft CityJet zählt mit rund 300 Millionen Euro Umsatz und 31 Flugzeugen zu den kleineren Airlines in Europa. Zum Kaufpreis wurde nichts bekannt. Laut einem internen Firmendokument vom 6. März sieht der nun besiegelte Deal vor, dass Air France noch fünf Jahre lang an den Gewinnen der Tochtergesellschaft mitverdient. Im Gegenzug übernehmen die Franzosen auch einen Großteil der Schulden.

Auch kooperiert wird weiterhin: CityJet übernimmt auch künftig Codeshare-Flüge von Air France ab dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle. Außerdem soll die Airline weiter vor allem vom derzeitigen Hub London-City Verbindungen zu verschiedenen europäischen Zielen anbieten. In Deutschland steht derzeit nur Dresden im Flugplan der Airline.

Regionalairline-Sterben bringt Marktlücken

Zuvor bekannt gewordenen Plänen zufolge sollen Cityjet sowie VLM zukünftig mit Intersky zusammenarbeiten und gegen die großen Anbieter antreten. Wöhrl, Miteigentümer des gleichnamigen Modehauses, hatte schon durch den Kauf der Deutschen BA und des Ferienfliegers LTU Schlagzeilen gemacht, die er nach angefangener Sanierung an Air Berlin verkaufte. Wöhrls Intro-Aviation gehört auch die österreichische Linie Intersky.

© airliners.de Lesen Sie auch: Wöhrl will europäischen Regionalmarkt aufmischen

Anfang des Jahres sagte sagte Wöhrl der Wirtschaftswoche, er wolle beide Airlines zu einer in ganz Europa aktiven Regionallinie zu machen, die «groß genug ist, um nicht von den Großen wie Lufthansa verdrängt zu werden.» Damit hat sich der Luftfahrt-Investor allerdings einiges vorgenommen.

Der Regionalflug in Europa hat es derzeit nicht leicht. So mussten bereits allein in Deutschland Cirrus Airlines, OLT Express Germany, Contact Air und Augsburg Airways ihre Dienste einstellen. Die österreichische Intersky selbst und die schweizerische Skywork Airlines stehen unter Druck. Air France-KLM sucht bereits seit 2012 einen Käufer für Cityjet, die 2012 einen Verlust von über 200 Millionen Euro anhäufte. Zuletzt gab es nur noch zwei Interessenten: Intro und die irische ASL Aviation.

Von: airliners.de mit AFP
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