Alitalia-Chef tritt zurück

Air France-KLM: Übernahmeverhandlungen mit Alitalia gescheitert

03.04.2008 - 19:18 0 Kommentare

Die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM hat die Verhandlungen über die Übernahme der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia am Mittwochabend für gescheitert erklärt. "Die Bedingungen für eine Fortführung der Verhandlungen mit Alitalia seinen nicht mehr gegeben", hieß es in einer Erklärung des Unternehmens. Alitalia-Präsident Maurizio Prato trat am Mittwoch zurück, wie die Airline am Abend bekanntgab.

Nach dem Scheitern der Übernahmeverhandlungen mit Air France-KLM steht die angeschlagenen italienische Fluggesellschaft Alitalia praktisch vor der Pleite. Präsident Maurizio Prato trat am Mittwoch zurück, wie die Alitalia-Leitung am Abend bekanntgab. Gleichzeitig erklärte sie die Verhandlungen mit Air France-KLM für beendet. Die Bedingungen für eine Fortführung der Verhandlungen seien nicht mehr gegeben", erklärte auch Air France-KLM. Deren Chef Jean-Cyril Spinetta hatte zuvor die Forderung der Gewerkschaften - bei einer Übernahme sämtliche Sparten beizubehalten - abgelehnt. Pro Tag macht das Unternehmen rund eine Million Euro Verlust.

Air France-KLM-Chef Jean-Cyril Spinetta hatte am Abend eine als entscheidend eingeschätzte Verhandlungsrunde mit den italienischen Gewerkschaften über den Kauf der maroden Alitalia abgebrochen. Ein von den Gewerkschaften vorgelegtes Forderungspaket zur Übernahme der italienischen Fluggesellschaft sei unannehmbar und gehe über sein Verhandlungsmandat hinaus, sagte Spinetta nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen am Mittwochabend in Rom. Er wolle die Forderungen dennoch dem Verwaltungsrat zur Prüfung vorlegen, habe der Chef des französisch-niederländischen Fluggesellschaft erklärt.

Zuvor hatte Spinetta Entgegenkommen bei der angestrebten Verringerung der Flugzeugflotte der italienischen Airline und der Mitarbeiterzahl deutlich gemacht, wie aus Gewerkschaftskreisen berichtet wurde. Die Gewerkschaften hatten die Übernahmepläne von Air France-KLM bisher strikt abgelehnt. Spinetta macht die Übernahme des Staatsanteils (von 49,9 Prozent) an der von Insolvenz bedrohten Alitalia jedoch von der Zustimmung der Gewerkschaften abhängig.

Nach italienischen Medienberichten wollte der mögliche Käufer aus Paris unter anderem schon im Jahr 2009 neue Boeing 777-Flugzeuge bei Alitalia einsetzen und weniger Maschinen vom Typ MD80 der derzeitigen Flotte stilllegen als zunächst geplant. Die Zahl wegfallender Arbeitsplätze würde mit diesen Maßnahmen von zuvor etwa 2100 auf 1700 bis 1900 sinken, berichtete die Turiner Zeitung «La Stampa». Air France-KLM hatte allerdings mehrfach auch verlangt, dass die neue Regierung in Rom nach den Neuwahlen am 13./14. April dem Kauf noch zustimmt.

Alitalia-Chef tritt zurück

Der Präsident der kriselnden Fluggesellschaft Alitalia, Maurizio Prato, ist am Mittwoch zurückgetreten. Das gab die Alitalia-Leitung am Abend bekannt und erklärte die Übernahmeverhandlungen mit der Fluggesellschaft Air France-KLM für beendet.

Der Aufsichtsrat von Alitalia will nun nach dem Rücktritt von Prato am Donnerstag über weitere Schritte beraten. Prato, der im August 2007 die Leitung des Unternehmens übernahm, hatte sich mehrmals für das Übernahmeangebot von Air France-KLM ausgesprochen und für den Fall des Scheiterns der Gespräche seinen Rücktritt angeboten. Der italienische Wirtschaftsminister Tommaso Padoa-Schioppa hatte eine schmerzvolle Restrukturierung des Konzerns unter spezieller Aufsicht in aussicht gestellt, sollte die Fusion mit Air France-KLM scheitern.

Italiens rechtsgerichteter Oppositionsführer Silvio Berlusconi bemüht sich unterdessen weiter um eine Alternative für Alitalia. Er hofft, damit bei der Parlamentswahl in diesem Monat punkten und die Mitte-Linksregierung von Ministerpräsident Romano Prodi ablösen zu können .

Alitalia steckt seit Jahren in der Krise, im Sommer droht eine Pleite. Air France-KLM hatte seit Mitte Januar exklusiv mit der Regierung in Rom verhandelt und schließlich einen Tausch von einer Air-France-KLM-Aktie gegen 160 Alitalia-Aktien vorgeschlagen. Das entspricht lediglich rund zehn Cent pro Aktie, zuvor waren die Papiere noch etwa für das Fünffache gehandelt worden. Die Zustimmung der Gewerkschaften galt als entscheidend für die geplante Übernahme.

Von: AFP, dpa
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