Air France/KLM muss nach starkem Jahr Verluste ausweisen

16.02.2018 - 13:29 0 Kommentare

Im abgelaufenen Geschäftsjahr kann der Luftfahrtkonzern Air France/KLM seinen Umsatz steigern, fährt aber wegen eines Sondereffekts einen Verlust ein. Billigflieger erhöhen den Druck auf die Konzern-Airlines.

Jean-Marc Janaillac ist Chef bei Air France-KLM und Präsident bei Air France. - © © Air Fance-KLM -

Jean-Marc Janaillac ist Chef bei Air France-KLM und Präsident bei Air France. © Air Fance-KLM

Der niederländisch-französische Luftfahrtkonzern Air France/KLM hat im vergangenen Jahr das operative Ergebnis um 42 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro gesteigert, wie der Konzern in Paris mitteilte. Der Umsatz legte dank gestiegener Passagierzahlen um vier Prozent auf 26 Milliarden Euro zu. Dennoch stand unter dem Strich ein Minus von 274 Millionen Euro. Grund dafür sind unter anderem Pensionsrückstellungen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro.

© AirTeamImages.com, Serge Bailleul Lesen Sie auch: Kranich-Konzern lässt andere Airline-Gruppen hinter sich Analyse

Mit Air France/KLM sind vergangenes Jahr knapp 99 Millionen Passagiere geflogen, 5,6 Prozent mehr als 2016. Die Gesellschaften Air France und Hop legten zusammen um drei Prozent zu, KLM um 7,5 Prozent. Der Billigflieger Transavia erzielte mit einem Plus von über elf Prozent einmal mehr das stärkste Wachstum.

Neue Konkurrenz durch Billigflieger

Erst kürzlich kündigte Ryanair an, das Geschäft in Frankreich wieder ausbauen zu wollen. Der Billigflieger wolle zwei Basen in Frankreich eröffnen. Zudem drängt der norwegische Billigflieger Norwegian mit lukrativen Langstreckenflügen stärker in den Markt.

Air France/KLM setzt in diesem Umfeld weiter auf die eigene Stärke. Die Kapazität soll in diesem Jahr um bis zu vier Prozent steigen. Damit würde die Zahl der angebotenen Flugkilometer stärker steigen als 2017.

Gleichzeitig sollen die Kosten pro Passagier sinken, wenn man die steigenden Treibstoffkosten ausklammert. Das will Air France/KLM durch ein Plus an Produktivität und ein besseres Flottenmanagement erreichen. Zudem soll die Billigflugmarke Joon ausgebaut werden und ab dem Sommer 2018 auch Langstreckenverbindungen anbieten. So dürfte das operative Geschäft im laufenden Jahr Geld abwerfen. Damit dürfte auch der Schuldenstand weiter sinken.

An der Börse war die Aktie von Air France/KLM in den vergangenen Wochen unter Druck geraten, nachdem sie im Jahr 2017 wie das Papier der Lufthansa deutlich an Wert gewonnen hatte. Zuletzt mehrten sich aber die Zweifel der Investoren, ob die Lage für etablierte Anbieter so günstig bleibt wie zuletzt.

Von: br mit dpa-AFX
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