Air France-KLM setzt trotz besserer Ergebnisse weiter auf Sparkurs

29.10.2015 - 11:41 0 Kommentare

Die seit Jahren gegen Verluste kämpfende Air France-KLM macht Fortschritte - sieht sich aber noch längst nicht am Ziel. Die Lufthansa-Konkurrentin hat Schulden in Milliardenhöhe.

Alexandre de Juniac, Chef von Air France-KLM. - © © EPA - Ian Langsdon

Alexandre de Juniac, Chef von Air France-KLM. © EPA /Ian Langsdon

Die im Streit um neue Sparpläne steckende Air France-KLM hat ihren Verlust deutlich reduziert. Unter dem Strich stand in den ersten neun Monaten ein Minus von fast 160 Millionen Euro, eine Verbesserung um 375 Millionen Euro im Vergleich zum vergangenen Jahr. Dies ist vor allem einem stark gestiegenen Gewinn im dritten Quartal zu verdanken, das im Vorjahr von einem teuren Pilotenstreik geprägt war.

Die Verbesserung reiche aber nicht, um den Rückstand bei der Wettbewerbsfähigkeit aufzuholen, teilte Konzernchef Alexandre de Juniac jetzt in Paris mit. Das Unternehmen hatte den Abbau von bis zu 2900 Stellen bei der französischen Sparte angekündigt, falls die Mitarbeiter nicht doch noch längeren Arbeitszeiten zustimmen.

Air France-KLM steckt seit Jahren in den roten Zahlen und hat Schulden in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro. Operativ schrieb der Konzern von Januar bis September schwarze Zahlen, das Betriebsergebnis stand mit einem Plus von 666 Millionen Euro in den Büchern. Niedrige Kerosinpreise und eine starke Nachfrage im Sommer hätten dazu beigetragen, so de Juniac. Der Umsatz stieg um mehr als fünf Prozent auf fast 20 Milliarden Euro.

© Air France, Lesen Sie auch: Air-France-Mitarbeiter attackieren Manager in Streit um Sparplan

Der Konzern ist seit Jahren auf Sparkurs. Das Unternehmen hatte im September Verhandlungen mit den Piloten der französischen Sparte über längere Arbeitszeiten für gescheitert erklärt und stattdessen Stellenstreichungen angekündigt. Das Air-France-Langstreckengeschäft soll zusammengestrichen werden, 1000 Jobs schon im kommenden Jahr wegfallen.

In die Schlagzeilen kam der Konflikt, als wütende Mitarbeiter am Rande einer Betriebsratssitzung den Personalchef attackierten. Inzwischen gibt es aber wieder Kontakte zwischen Management und Gewerkschaften, die den Kurs heftig kritisieren.

Von: ch, dpa
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