Air France-KLM beteiligt sich nicht an Alitalia-Rettung

14.11.2013 - 14:08 0 Kommentare

Alitalia soll mit einem Restrukturierungsplan vor der Pleite gerettet werden - aber ohne Hilfe von Air France-KLM. Der wichtigste Aktionär will bei erfolgreicher Kapitalerhöhung nur Wandelanleihen tauschen.

Leitwerke von Alitalia und Air France - © © dpa -

Leitwerke von Alitalia und Air France © dpa

Die taumelnde Alitalia muss ihre Rettung ohne die erhoffte Finanzspritze ihres Großaktionärs Air France-KLM hinbekommen. «Air France-KLM wird sich an der Kapitalerhöhung nicht beteiligen», stellte das französisch-niederländische Unternehmen am Donnerstag als Reaktion auf den am Mittwochabend beschlossenen Sanierungsplan der Italiener klar.

Die Maßnahmen gingen zwar in die richtige Richtung, brächten aber nicht die notwendigen finanziellen Verbesserungen, teilte Air France-KLM mit. Dennoch will die Airline ihre Alitalia-Wandelanleihen im Fall einer gelungenen Kapitalerhöhung in Aktien des Unternehmens tauschen, um den Partner zu stützen. "Air France -KLM bekräftigt seine Verpflichtung, ein treuer und ernsthafter Partner zu bleiben", teilte das Unternehmen mit. "Die 2009 für acht Jahre vereinbarte Partnerschaft bietet starke Vorteile für beide Parteien."

Der Alitalia-Verwaltungsrat verlängerte die Frist für die laufende Kapitalerhöhung bis zum 27. November. Sie hätte in diesen Tagen auslaufen sollen. Die Anteilseigner haben damit länger Zeit, sich für die Zeichnung neuer Aktien zu entscheiden. Insgesamt geht es um eine Kapitalerhöhung von 300 Millionen Euro. Doch ob das Vorhaben ohne die Beteiligung des Großaktionärs Air France-KLM überhaupt gelingen kann, ist nicht klar.

Alitalia braucht nach hohen Verlusten dringend frisches Geld, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Im Zuge der Rettung wollen die Banken neue Kredite von 200 Millionen Euro geben.

Der Verwaltungsrat stimmte auch einem Plan zu, der das Unternehmen für die Zukunft konkurrenzfähig machen soll. Dazu will Alitalia die eigene Verwaltung effizienter machen und die Kosten deutlich senken. Unter anderem soll die Flotte der Mittelstreckenjets schrumpfen. Stattdessen will Alitalia mehr Langstreckenflüge anbieten.

Medienberichten zufolge geht es bei dem Sanierungsplan auch um die Streichung von einigen Tausend Stellen. Dazu machte Alitalia jedoch zunächst keine Angaben. Insgesamt stehen bei Alitalia rund 14 000 Stellen auf dem Spiel, sollte die Rettung des Unternehmens nicht gelingen.

Vor fünf Jahren hatte Alitalia schon einmal vor dem Aus gestanden. Nach der Trennung von Altlasten wagte sie einen Neustart zusammen mit der früheren Konkurrentin Air One. Als wichtigster Aktionär kam Air France-KLM ins Boot. Doch seitdem hat Alitalia schon wieder mehr als 1,25 Milliarden Euro verloren. Vor allem die Konkurrenz von Billig-Anbietern wie Ryanair und Easyjet setzt der Gesellschaft zu.

Doch auch Air France-KLM einen harten Sparkurs. Der Lufthansa-Konkurrent hatte unlängst eingeräumt, auch in diesem Jahr keinen Gewinn einzufliegen. Angesichts erneuter Verluste kündigte die Frankreich-Sparte des Konzerns einen weiteren drastischen Stellenabbau an.

Von: dpa-AFX, airliners.de
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