Air France-KLM begrüßt möglichen Etihad-Einstieg bei Alitalia

07.02.2014 - 14:51 0 Kommentare

Air-France-KLM bewertet den möglichen Einstieg von Etihad bei Alitalia positiv. Mit einem neuen Finanzierungspartner erwägen Air France und KLM sogar wieder, ebenfalls neues Geld zuzuschießen. Bei Lufthansa schrillen die Alarmglocken.

Leitwerke von Alitalia und Air France

Leitwerke von Alitalia und Air France
© dpa

Etihad Airways Airbus A340-600.

Etihad Airways Airbus A340-600.
© Etihad Airways

Alitalia kann doch wieder auf Hilfe ihres Großaktionärs Air France-KLM hoffen. Das französisch-niederländische Unternehmen sei offen für weitere Investitionen in seinen italienischen Partner, falls die Sanierungsschritte die von Air-France-KLM gesetzten Bedingungen erfüllten, sagte deren Konzernchef Alexandre de Juniac der "Financial Times". Der Einstieg des gemeinsamen arabischen Partners Etihad Airways, der zurzeit geprüft wird, könne das Geschäftsmodell von Alitalia stärken.

Das sieht die Lufthansa offensichtlich genauso. Entsprechend alarmiert ist man in Frankfurt. Die Politik müsse sich für weltweit faire Rahmenbedingung in der Luftfahrtbranche einsetzen, sagte ein Lufthansa-Sprecher gegenüber der ARD. Reuters hatte zuvor berichtet, Lufthansa habe bereits die EU-Kommission angerufen, den geplanten Deal zwischen Etihad und Alitalia zu untersagen. Wiederkehrende Subventionen und die Teilverstaatlichung europäischer Airlines seien abzulehnen, unabhängig davon, ob sie von europäischen Staaten oder von Staaten oder Staatsbetrieben aus dem Nicht-EU-Ausland kommen.

Mit einem Anteil von 25 Prozent war Air France-KLM bis vor kurzem der größte Anteilseigner von Alitalia. Im Zuge der Kapitalerhöhung der Italiener um 300 Millionen Euro schrumpfte die Beteiligung jedoch auf sieben Prozent, weil Juniac kein frisches Geld zuschießen wollte. Beide Seiten waren sich über die notwendigen Sanierungsschritte nicht einig geworden. Alitalia drohte vergangenes Jahr das Geld auszugehen. Nur die Kapitalerhöhung, bei der Großbanken und die staatliche Post Geld zuschossen, bewahrte die Gesellschaft vor dem Aus. Allerdings sind weitere Sanierungsschritte nötig, um die Fluglinie auf Dauer in der Luft zu halten.

Etihad baut Präsenz in Europa aus

Vergangene Woche bestätigte die arabische Fluglinie Etihad, dass sie einen Einstieg bei Alitalia prüft. Dies hatte Etihad-Chef James Hogan im vergangenen September noch abgelehnt. Nun wolle Etihad zwischen 350 und 400 Millionen Euro in die einstige italienische Staatsfluglinie pumpen, schreibt die "Financial Times" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Damit würde sich ihr Anteil an Alitalia auf 40 bis 49 Prozent belaufen. "Etihad bringt frisches Geld und eine Kooperation im Osten", sagte de Juniac. Er wolle aber zunächst die genauen Bedingungen abwarten, die die Araber mit den Italienern aushandeln.

Etihad baut sich mit der Beteiligung an zahlreichen Fluglinien auf mehreren Kontinenten ein Zubringernetz für die eigenen Langstreckenflüge auf. So griff das Unternehmen auch der zweitgrößten deutschen Fluglinie Air Berlin unter die Arme, an der sie seit zwei Jahren mit fast 30 Prozent beteiligt ist und setzt derzeit auf Basis der schweizer Darwin Airline die "Etihad Regional" auf. Zudem sicherte sich Etihad eine Mehrheit bei Air Serbia. Zudem ist Etihad in Europa mit rund drei Prozent an Aer Lingus beteiligt.

Viele klassische Fluggesellschaften, darunter auch Lufthansa und Air France-KLM, leiden unter der Konkurrenz der Billigflieger und der stark wachsenden Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten. Während Billiganbieter wie Ryanair und Easyjet auf dem europäischen Markt seit Jahren den Preiskampf bestimmen, punkten die Araber auf der Langstrecke mit neuen Flugzeugen und mehr Komfort.

Von: dpa, airliners.de
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