Air France bereinigt Airline-Portfolio weiter

01.02.2019 - 13:55 0 Kommentare

Nach der Marke Joon will Air France nun auch die Tochtergesellschaft Hop umbenennen. Der Regional-Carrier soll massiv umstrukturiert werden, berichten Medien.

ERJ-170 von Hop. - © © AirTeamImages.com - Matthieu Douhaire

ERJ-170 von Hop. © AirTeamImages.com /Matthieu Douhaire

Die Lufthansa-Konkurrentin Air France/KLM verabschiedet sich von ihrer eigenständigen Regional-Marke "Hop". Wie das Unternehmem am Freitag mitteilte, sollen deren Flüge künftig unter dem Namen "Air France Hop" vermarktet werden.

"Das ist der nächste Schritt, um die Stärke unsere Marken zu konsolidieren und das Angebot von Air France/KLM übersichtlicher und einheitlicher zu gestalten", sagte Konzernchef Benjamin Smith in einer Mitteilung. Die Gruppe wolle sich auf ihre Marken Air France und KLM konzentrieren, die künftig beide regionale Varianten hätten. Hinzu kommt der Low-Cost-Tochter Transavia mit Ablegern in Frankreich und den Niederlanden. Im Januar wurde bereits die 2017 geschaffenen Marke Joon eingestellt.

Flotte und Stationierung sollen wohl vereinfacht werden

Der Markenwechsel hat laut Mitteilung keine Auswirkung auf den Flugbetrieb und die Arbeitsverträge der Hop-Belegschaft. Allerdings kündigte Air France/KLM an, man wolle im Regionalverkehr "eine nachhaltige wirtschaftliche Balance wiederherstellen". Die Gesellschaft gilt mit ihrer dezentralen Stationierung und ihre Flottenvielfalt als unrentabel.

Neuer Markenauftritt von Air France Hop. Foto: © Air France/KLM

Daher soll Hop offenbar grundlegend umstrukturiert werden. Wie die Zeitung "La Tribune" unter Berufung auf dem Betriebsrat nahestehende Quellen berichtete, soll der Betrieb künftig auf die Pariser Flughäfen CDG und Orly konzentriert werden. Die Flotte werde nur noch aus Regionaljets von Embraer und Bombardier bestehen, die ATR-Turboprops sollen bis 2020 abgegeben werden. Fraglich ist laut dem Bericht unter anderem die Zukunft von 400 Hop-Piloten in Nantes, Lyon und Straßburg.

Bereits beschlossen ist laut Flugplandaten die Abschaffung des eigenen Iata-Codes A5 für Hop. Ab 1. September werden die Flüge nur noch unter AF-Flugnummern betrieben.

Hop fliegt auch zahlreiche CDG-Anbindungen

Hop ging 2013 aus der Fusion der regionalen Air-France-Töchter Brit Air, Regional und Airlinair hervor. Nach Angaben der Pilotengewerkschaft SNPL betreibt sie derzeit 74 Maschinen und soll bis 2020 auf 65 Flugzeuge verkleinert werden. Im vergangenen Jahr beschäftigte der Carrier 3.000 Mitarbeiter, darunter 785 Flugbegleiter und 850 Piloten.

© AirTeamImages.com, Valentin Chesneau Lesen Sie auch: "Les Echos": Hop fliegt nur noch für die Mutter Air France

Neben den Regionalrouten innerhalb Frankreichs und ins Ausland unter eigenem Code führt die Airline für die Muttergesellschaft auch zahlreiche Flüge am Drehkreuz CDG durch. Das gilt auch für das Deutschland-Angebot: Hier bestreitet Hop die Air-France-Flüge nach Düsseldorf, Bremen, Hannover, Nürnberg, Stuttgart und teilweise nach Frankfurt. Unter eigenem Code führt die Gesellschaft in Deutschland derzeit vier Routen durch: Von Nantes nach Hamburg und Düsseldorf, von Bordeaux nach Düsseldorf und von Lyon nach Nürnberg.

Von: pra
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