Gedankenflug

Air Düsseldorf, ick hör Dir trapsen!

05.06.2017 - 08:04 0 Kommentare

In Tegel stapeln sich die Koffer und der BER ist zu. Mal sehen, wann sich Air Berlin komplett für ihr anderes Drehkreuz entscheidet, fragt airliners.de-Herausgeber David Haße und ruft seiner Heimatstadt zu: Selbst schuld!

Kein Scherz: Ein Flugzeug hatte Air Berlin sogar schon mit

Kein Scherz: Ein Flugzeug hatte Air Berlin sogar schon mit "airdüsseldorf" beklebt. © AirTeamImages.com /Yochai

Wer die Nachrichten der vergangenen Tage und Wochen rund um Air Berlin, den Flughafen Tegel und den BER verfolgt hat, der merkt: eine wirklich glückliche und verlässliche Beziehung sieht anders aus.

Denn was heißt es eigentlich, wenn BER-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider öffentlich statuiert, ein Drehkreuz könne man "nicht befehlen"? Ich denke die Antwort ist: In Berlin plant man ab sofort ohne Air Berlin. Das war's dann wohl auch mit den Planungen für Umsteigeverkehre und der Hoffnung auf Premium-Gebühren.

Bretschneider schlussfolgert dann auch folgerichtig: "Wir müssen uns in Berlin auf Point-to-Point-Verkehr konzentrieren." Die Folgen für den BER, seine Finanzierung und Eröffnung? Unklar. Dem neuen Flughafenchef bleiben darauf nur Beschwichtigungen: Die BER-Finanzierung sei nicht in Gefahr, dennoch müsse man nun umplanen und billiger bauen. Nun ja, vielleicht passt "billig" sogar wirklich besser zu Berlin.

Offen ist nur der BER-Eröffnungstermin

"Selbst schuld", ist mein Kommentar dazu. Ich formuliere es mal so: Mit der BER-Verzögerung hat die Hauptstadt der Airline, die ihren Namen trägt, nicht wirklich einen Gefallen getan. Und so bleibt es erstmal wie es ist: Der BER hätte zwar die Hub-Kapazitäten, die Air Berlin dringend bräuchte. Aber das einzige, was am BER offen ist, ist der Eröffnungstermin.

Und so stapeln sich weiter die Koffer am hingeflickschusterten Air-Berlin-Drehkreuz in Tegel. Die Folgen sind Verspätungen sowie Flugausfälle und Startprobleme mit neuen Langstrecken - samt Folgekosten in Millionenhöhe. Man wundert sich, dass die schrumpfende Air Berlin das so lange mitmacht… schließlich ist Berlin nicht das einzige Drehkreuz der Fluggesellschaft, die eigentlich noch nie zwei Hubs gebraucht hat.

Aber hören wir doch mal genau hin, was Air-Berlin-Chef Winkelmann kürzlich bei der Präsentation der tiefroten Finanzzahlen neulich sagte: "Aufgrund der infrastrukturellen Grenzen in Berlin werden wir beim weiteren Ausbau unserer Langstrecke zunächst einen stärkeren Fokus auf Düsseldorf legen."

Als Berliner sage ich da eins: "Air Düsseldorf, ick hör Dir trapsen."

Über den Autor

David Haße David Haße ist Herausgeber und Chefredakteur von airliners.de. Der studierte Marketing- und Kommunikationsfachmann ist beruflich seit rund 15 Jahren in der Onlinebranche zu Hause. 2007 wagte er mit dem zuvor als Projekt gestarteten airliners.de den Schritt in die Selbständigkeit.
Kontakt: david.hasse@airliners.de

Von: dh
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