Über 30 Interessenten für insolvente Alitalia

Italiens Regierung sucht einen Käufer für Alitalia. Dabei kommt sie nun offenbar voran: Laut eines Medienberichts sind einige Airlines interessiert. Und auch die Lufthansa ist wohl nicht mehr gänzlich abgeneigt.

Eine Alitalia-Maschine startet vor der italienischen Flagge. - © © dpa -

Eine Alitalia-Maschine startet vor der italienischen Flagge. © dpa

Der Verkauf der kriselnden Fluggesellschaft Alitalia beginnt. Bis Montagabend hätten sich 32 Interessenten gemeldet. Dies sagte einer der drei Sonderbevollmächtigten laut mehrere Medienberichte. "Die Interessenslagen müssen wir nun bewerten", so Stefano Paleari. Es handele sich dabei aber noch nicht um formelle Angebote. Wer genau die Interessenten sind, ist geheim.

Die italienische Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore" nennt allerdings unter anderen Delta Air Lines, Hainan Airlines, Air China, Air France, British Airways und Turkish Airlines als Fluggesellschaften, die offiziell Interesse bekundet hätten. Neben verschiedener Finanzinvestoren soll angeblich auch Etihad neues Interesse bekunden.

Die Frist, um ein erstes Interesse an Alitalia anzumelden, war am Montag abgelaufen. Die italienische Regierung wirbt um potenzielle Käufer, um eine Auflösung der Alitalia zu verhindern. Im Vorfeld hatten unter anderem Easyjet und KLM/Air-France gesagt, dass sie die einstige Staatsairline Italiens nicht kaufen wollten. Laut der Zeitung habe Air France nun aber doch Interesse bekundet – vielleicht auch nur, um Einblick in die Bücher der Konkurrentin zu erhalten, heißt es in der Branche.

Lufthansa an Flugzeugen interessiert

Auch die Lufthansa hatte eine Übernahme der Alitalia bereits abgelehnt. Dies bekräftigte Konzernchef Carsten Spohr nun erneut. Doch sollten Flugzeuge oder Slots von Alitalia einzeln zum Verkauf angeboten werden, wolle sich Lufthansa die Angebote "anschauen", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" den Manager. Spohr verwies dabei auf ein mögliches Wachstum der Billigtochter Eurowings.

Nachdem die Alitalia-Belegschaft einen Umstrukturierungsplan abgelehnt hatte, wurde die Fluggesellschaft Anfang Mai unter Sonderverwaltung gestellt. Dies entspricht im deutschen Recht der Insolvenzverwaltung. Die italienischen Aktionäre und die arabische Fluglinie Etihad - der mit Abstand größte Aktionär - hatten zuvor eine erneute Kapitalerhöhung abgesagt.

Von: cs

Datum: 06.06.2017 - 17:13

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