Air Cargo Europe startet in turbulenten Zeiten

31.05.2019 - 07:03 0 Kommentare

Sonderzölle im Handelsstreit zwischen den USA, Europa und China, der drohende Brexit und die neue Seidenstraße sind nur einige Themen auf der weltweit führenden Luftfrachtmesse Air Cargo Europe (ACE), die am Dienstag in München ihre Tore öffnet.

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Impressions von der "Air Cargo Europe and Transport Logistic 2017". © Messe München GmbH

Ab dem kommenden Dienstag ist es wieder soweit. Dann trifft sich das Who is Who der internationalen Luftfrachtbranche in den Münchner Messehallen, um sich vom 4. bis 7. Juni dort zu präsentieren. Insgesamt gehen 230 Aussteller aus mehr als 40 Ländern an den Start, ein Plus von acht Prozent gegenüber der Vorgängerveranstaltung vor zwei Jahren. Es ist ein neuer Rekord für die Air Cargo Europe, die dieses Jahr zum neunten Mal stattfindet.

Ausrichter ist die Münchner Messegesellschaft, die die ACE im jährlichen Wechsel mit der in Shanghai stattfindenden Air Cargo China durchgeführt. Deren Sprecherin Silvia Hendricks sprach airliners.de gegenüber von einem "sehr starken Interesse der Branche" an der diesjährigen Münchner Luftfrachtshow.

Das mag sich erklären aus der globalen Ausrichtung der Branche, deren Geschäfte durch Zollschranken, Handelsstreitigkeiten wie etwa zwischen den USA und China und unilateralistische Tendenzen in der Politik tendenziell gefährdet sind und für die der Meinungs- und Erfahrungsaustausch aktuell hohe Priorität hat.

Konferenzen mit Fokus auf Digitalisierung

Teilnehmer an der Münchner Veranstaltung haben wie schon in der Vergangenheit auch bei der jetzigen ACE erneut die Qual der Wahl: Sie können sich primär auf Fachgespräche mit Kunden und anwesenden Ausstellern konzentrieren oder ihre Zeit vor allem dafür nutzen, um Konferenzen und Foren zu besuchen.

Auf letzteren stehen spannende Zukunftsthemen auf der Agenda. Etwa wie Künstliche Intelligenz bei der Buchung von Sendungen oder beim Ladungsaufbau produktiv eingesetzt werden kann. Im Fokus des Konferenzprogramms steht zudem die Robotik und Automatisierung speziell bei der Bodenabfertigung von Luftfrachtsendungen sowie die aktuelle Marktsituation. Vor dem Hintergrund des weltweit zunehmenden Protektionismus ein thematisches Muss in München.

Weltpolitik wird zum Thema für die Luftfracht

Daneben geht es unter der Überschrift "Neue Zeiten in UK – Umbruch oder Abbruch", um die Folgen des Brexits für die Luftfrachtbranche und die Logistik insgesamt. Auf lebhaftes Interesse dürfte ebenfalls das von China stark gepushte Projekt "One Belt, One Road," stoßen, also die hierzulande besser als "Neue Seidenstraße" bekannte Initiative transeurasischer Cargozüge, inklusive des Ausbaus der dazugehörigen Infrastruktur entlang des Schienennetzes.

Dies macht sich auch an der stark gestiegenen Ausstellerzahl aus China deutlich, die sich gegenüber der Transport Logistik vor zwei Jahren auf jetzt 64 nahezu verdoppelt hat. Aufgeschreckt durch die US-Sanktionen suchen diese Firmen "verstärkt nach Kooperationspartnern in Europa", mutmaßt die Münchner Messegesellschaft als deren Hauptmotiv.

© AirTeamImages.com, Felix Gottwald Lesen Sie auch: Lufthansa Cargo muss Flugplan ausdünnen

Was die Frachtfluglinien angeht, sind die Großen der Branche erneut mit prominenten Ständen in München vertreten, etwa Lufthansa Cargo, Cargolux, Emirates, Air France-KLM Cargo, Antonov Airlines, United Airlines Cargo oder Turkish Airlines Cargo, um nur wenige Beispiele herauszugreifen. Hinzu kommen neue Aussteller wie Finnair Cargo oder die japanische Frachtlinie All Nippon Airways.

Zu den Ausstellern gehören auch Spediteure, deren geschäftlicher Schwerpunkt die Luftfracht ist, etwa EMO Trans GmbH oder die österreichische cargo partner GmbH. Cargo-Vertriebsagenturen wie die ATC Aviation Services oder die ECS-Gruppe sowie die Frachtdivisionen von Flughäfen wie Frankfurt, München, Budapest, Köln-Bonn, Brüssel oder Amsterdam runden das Teilnehmerfeld ab.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de
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